Monsignore Josef Wagmann war von 1982 - 1996 Pfarrer im damaligen Pfarrverband Kellberg / Thyrnau. Er verstarb nach langer schwerer Krankheit im Klinikum Passau im 81. Lebensjahr in der Nacht vom 3. auf den 4.12.2024. Beim früheren Pfarrverband Kellberg/Thyrnau herrscht seitdem große Trauer über den Tod dieses äußerst beliebten Geistlichen.
„“Herr, mache mich zum Diener deines Friedens. Lass mich künden von Deiner Herrlichkeit und sagen von Deiner Liebe””
Josef Wagmann wurde am 28. Juni 1970 im Dom zu Passau von Bischof Antonius Hofmann zum Priester geweiht. Über 54 Jahre lang hat er getreu seines Primiz-Leitspruchs mit voller Hingabe seinen Priesterberuf, der für ihn auch eine innige Berufung war, gelebt. In der vergangenen Nacht vom Dienstag auf Mittwoch (3./4.12.2024) ist jetzt Monsignore Josef Wagmann nach langer schwerer Krankheit im Klinikum Passau im 81. Lebensjahr und nach über 54 Jahren als Priester verstorben. Beim früheren Pfarrverband Kellberg/Thyrnau und beim Pfarrverband Freyung herrscht seitdem große Trauer über den Tod dieses äußerst beliebten Geistlichen.
Geboren wurde Josef Wagmann als Ältester von drei Brüdern am 22. Dezember 1943 in Passau, aufgewachsen ist er dort im Oberen Sand. Seine geistige Heimat war bald die Pfarrkirche von St. Paul, wo er auch fleißig ministrierte und wo er auch ein großes priesterliches Vorbild hatte: Prälat Anton Reitmeier. Nach dem Besuch der Volksschule Passau-St. Nikola und des humanistischen Gymnasiums Leopoldinum war längst sein großer Berufswunsch gereift: er wollte Priester werden. Im Jahr 1964 trat Josef Wagmann deshalb in das Priesterseminar St. Stephan in Passau ein und er studierte fortan an der Philosophisch Theologischen Hochschule in Passau. Der 28. Juni 1970 war dann sein großer Tag, als ihn Bischof Antonius Hofmann im Hohen Dom zu Passau zusammen mit sechs weiteren Alumnen und zwei Ordensleuten zum Priester weihte. In der Folgezeit war Josef Wagmann zunächst einige Wochen Aushilfspriester in seiner späteren Heimatpfarrei Passau-Innstadt. Obwohl er während seiner Gymnasialzeit außer einer kurzen Zeit als „Hilfspräfekt“ nie ein “Seminarist” war, wurde er ab September 1970 zum Präfekten ins Bischöfliche Knabenseminar St. Max am Passauer Steinweg berufen, das er schließlich ab April 1975 weitere sechs Jahre lang als Direktor leitete. Während dieser Seminarzeit unterrichtete er auch noch in den Schulen Niedernburgs und am Gymnasium Leopoldinum Religionsunterricht.
Im Rahmen eines Feierlichen Gottesdienstes konnte Josef Wagmann sein 50jähriges Priesterjubiläum feiern, das Bild zeigt ihn an diesem Tag vor dem Thyrnauer Altar. (Foto: Franz Stangl)
Sein Berufswunsch als Priester war aber stets die lebendige Seelsorge in einer Pfarrgemeinde und deshalb kam ihm die Gelegenheit gerade recht, als in den Pfarreien Kellberg und Thyrnau die Geistlichen Räte Valentin Horner und Georg Reis gleichzeitig in Pension gingen und deshalb hatte er sich auch sofort um die Stelle als Pfarrer in diesem dadurch neu gegründeten Pfarrverband Kellberg-Thyrnau beworben.
Der 29. August 1982 wurde dann zum großen Tag für die Gemeinde Thyrnau: Josef Wagmann feierte zunächst in der Pfarrkirche Thyrnau und dann anschließend in der Kellberger Pfarrkirche seine beiden ersten Gottesdienste als neuer Pfarrer dieses neuen Pfarrverbandes. Später war er ab 1986 nebenbei auch noch fünf Jahre lang der Schuldekan für das Dekanat Passau-Nord.
Obwohl er immer sehr gerne der Pfarrer von Kellberg und Thyrnau war und er sich in diesem Pfarrverband auch äußerst wohl fühlte wechselte er auf Wunsch des damaligen Passauer Bischofs Franz Xaver Eder nach 13 Jahren als Pfarrer dieser beiden Pfarreien am 1. September 1996 als neuer Stadtpfarrer nach Freyung.
Dort kamen bald auch weitere Aufgaben auf ihn zu: Für den Zeitraum Oktober 1996 bis November 2006 wurde er zum Dekan des dortigen Dekanats gewählt, ab Oktober 1998 wurde ihm nebenamtlich die Pfarrei Kreuzberg übertragen und ab September 2004 wurde er schließlich offiziell der Pfarrer im Pfarrverband Freyung, zu dem neben den Pfarreien Freyung und Kreuzberg dann auch noch die Pfarrei Ringelai hinzugekommen war. Ab Januar 2010 wurde Josef Wagmann schließlich auch noch zum Krankenhausseelsorger im Kreiskrankenhaus Freyung bestellt. Genau 17 Jahre war Josef Wagmann der Seelsorger für die über 7000 Pfarrangehörige im Pfarrverband Freyung, zum 31. August 2013 trat er schließlich mit dem Erreichen des Pensionsalters in den verdienten Ruhestand. Diesen verbrachte seitdem in seinem Haus in Zwecking bei Thyrnau, das er Jahre zuvor am herrlich gelegenen Waldpark geerbt hatte.
Vom ersten Tag an seit seiner Pensionierung hatte er immer wieder sehr gerne den damaligen Ortspfarrer Alexander Aulinger in seiner Seelsorgearbeit unterstützt und dabei Gottesdienste oder auch Beerdigungen übernommen. Um so mehr schmerzte es ihn aber bald, dass er seit 2020 aufgrund seiner Erkrankung an Polyneuropathie, einer Nervenerkrankung in den Beinen mit Taubheitsgefühlen, keine Gottesdienste mehr übernehmen konnte.
In den insgesamt 31 Jahren als Pfarrer der beiden Pfarrverbänden Kellberg-Thyrnau und Freyung war Josef Wagmann immer wieder durch unzählige Baumaßnahmen gefordert. Im Einzelnen wurde dabei in Kellberg 1983 das Sakristeidach instandgesetzt, 1984 die Turmfassade renoviert, 1985 eine Lautsprecheranlage gekauft, das Jugendheim renoviert und 1987 neben der großen Außenrenovierung zwei Jahre später auch noch die aufwendige Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Blasius durchgeführt und dabei wurde auf mehrheitlichem Wunsch der Pfarrangehörigen auch der alte restaurierte Hochaltar wieder aufgestellt.
Vielseitig waren auch die baulichen Tätigkeiten in der Pfarrei Thyrnau. So wurde 1983 eine Lautsprecheranlage angekauft, wurde das Dach des Pfarrhofes saniert und die Treppe zur Empore der Pfarrkirche instandgesetzt. 1984 wurde das Turmdach der Christophorus-Kirche erneuert und 1986 wurden die Süd- und Ostfassade der Pfarrkirche sowie die Ostfassade des Pfarrhofes sowie 1989 das Jugendheim renoviert. 1989/90 folgte schließlich die große Innenrenovierung der Pfarrkirche mit der Dachstuhlsanierung, die mit einem Kostenaufwand von über 1,5 Millionen DM alles andere in den Schatten stellte. 1993 wurde noch die Heizungsanlage im Pfarrheim erneuert sowie das Nordportal der Pfarrkirche renoviert und die Dachrenovierung der Pfarrkirche und des Pfarrhofes in Angriff genommen werden.
Auch in Freyung wartete viel Arbeit auf den priesterlichen Bauherrn. Dort wurden in seinen Jahren als Stadtpfarrer der Kirchturm neu bedacht, eine Außenrenovierung der Pfarrkirche durchgeführt und darin auch die Heizung erneuert und schließlich wurde auch noch das Pfarrheim saniert. In Kreuzberg wurde die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Anna innen und außen total saniert und das alte Pfarrheim umgestaltet.
Bei allen diesen Bautätigkeiten, die ihn immer wieder zeitlich sehr gefordert haben, hob Josef Wagmann immer wieder in großer Dankbarkeit die große Spendenfreudigkeit der Pfarrangehörigen dieser beiden Pfarrverbände sowie die gewaltigen Zuschüsse der Bischöflichen Finanzkammer hervor, ohne die dies alles baulich nicht möglich gewesen wäre.
Nach über 54 Jahren als Priester blätterte Josef Wagmann immer wieder gerne in seinem persönlichen Fotoalbum, in dem die vielen Stationen seines langen Lebens angefangen von der Kindheit über die Priesterweihe bis hin zu den Meilensteinen seines priesterlichen Lebens in vielen Bilder festgehalten sind. (Foto: Franz Stangl)
Trotz aller dieser baulichen Tätigkeiten stand bei Pfarrer Josef Wagmann aber immer eines ganz deutlich und spürbar im Vordergrund und das war die Seelsorge für seine ihm anvertrauten Pfarrangehörigen. Dabei war immer eines deutlich spürbar: Für ihn war das Priesteramt kein Beruf oder ein notwendiger Dienst, es war für ihn viel mehr eine innige Berufung, die er zudem auch immer wieder überzeugend vorgelebt hatte. „Ich würde sofort wieder den Beruf eines Priesters ergreifen“, hat er zu Lebzeiten immer wieder betont. Und so war es spürbar für ihn immer wieder eine ganz besondere Freude, mit den Menschen zu reden, ihnen zuzuhören, um ihnen danach vielleicht helfen zu können oder ganz einfach für sie dazu sein. Zu seinen schlimmsten beruflichen Momenten in seinem Priestertum zählte er insbesondere die Beerdigungen, vor allem wenn er junge Leute oder gar Kinder nach tragischen und schrecklichen Unglücksfällen zu Grabe geleiten musste.
Er nahm sich persönlich auch immer wieder sehr viel Zeit, wenn es um die vielen Vorbereitungsgespräche zu den Taufen oder Hochzeiten ging, in gleicher Weise hatten für ihn auch die Kommunion- und Firmungsvorbereitungen sehr hohen Stellenwert. In seiner seelsorgerischen Arbeit war ihm auch wichtig, den einzelnen Generationen gerecht zu werden. Dabei zeichnete ihn ein besonderes Verständnis für die Kinder aus, die er z.B. durch die Kindergottesdienste frühzeitig immer mehr in ein lebendiges Pfarrgeschehen einzubinden versuchte. Seine besondere Sorge galt schon immer der Jugend, die er mehr an die Kirche binden und damit vor den vielschichtigen Gefahren einer Wohlstandsgesellschaft schützen wollte. Gleichzeitig versuchte er aber auch immer wieder, die Senioren keinesfalls zu vernachlässigen. Ein Beweis dafür waren nicht nur die regelmäßigen Teilnahmen bei deren Treffen in den Altenclubs oder bei deren Ausflügen.
Auch die seelsorgerische Betreuung der Kranken und Sterbenden lag ihm ganz besonders am Herzen, die regelmäßigen Besuche in den Krankenhäusern und am Sterbebett zählte er deshalb auch zu seinen wichtigsten Pflichten. In diesem Sinne war ihm auch die Einbindung der gesamten Bevölkerung in die Gottesdienste immer wieder ein ganz besonderes Anliegen, deshalb hatten bei ihm die Dienste als Lektor, Kantor oder als Kommunionhelfer auch so einen großen Stellenwert.
Eine besondere Gabe von Josef Wagmann war es, dass er bei all den vielen Anlässen seines seelsorgerischen Wirkens immer wieder die richtigen und passenden Worte fand. Am deutlichsten spürte man dies in seinen anerkannt verständlichen und klaren Predigten, die immer von missionarischen Gedanken getragen waren und mit denen er immer wieder überzeugend versuchte, den Glauben weiterzugeben, ihn zu erneuern und dabei zu einem überzeugten Christsein zu ermuntern.
Und trotz der unzähligen großen und kleinen Probleme, mit denen er als unser Pfarrer immer wieder konfrontiert und belastet war, hatte er sich immer sein angenehm menschliches Wesen und seinen gesunden und ansteckenden Humor bewahrt. Und wenn er dann gerne mal auch in geselliger Runde war, dann war sie auch immer wieder deutlich zu spüren, seine besondere Zuneigung für seine ihm anvertrauten Schäflein in den beiden Pfarreien Kellberg und Thyrnau sowie in seinen späteren Pfarreien in und um Freyung. Diese Zuneigung haben ihm diese Pfarrangehörigen immer wieder auch erwidert, bei denen er äußerst beliebt war. Bester Beweis dafür ist, dass er zum Abschied von Freyung im Juli 2013 lt. der von Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich unterschriebenen Ernennungsurkunde „in Anerkennung und Würdigung der hervorragenden Verdienste um die Kreisstadt Freyung als Pfarrer von Freyung von 1996 bis 2013“ zum Ehrenbürger von Freyung ernannt wurde. Zwei Jahre zuvor war Josef Wagmann auf Vorschlag des Passauer Bischofs von Rom aus der Ehrentitel „Monsignore“ aufgetragen worden. Zum Bischöflich Geistigen Rat war er bereits viele Jahre zuvor ernannt worden. In Würdigung seiner hohen Verdienste in den beiden Pfarreien Kellberg und Thyrnau wurde Josef Wagmann 2020 nach einstimmigen Beschluss des Gemeinderates auch von der Gemeinde Thyrnau zum Ehrenbürger ernannt.
(Text: Franz Stangl)