Auf den Spuren Bischof Altmanns

Andreas Erndl am 18.05.2026

Kellberger Pilger in Göttweig

Von Dio­nys Asenkerschbaumer

Kell­berg. Aus Anlass des 950-jäh­ri­gen Jubi­lä­ums der Pfar­rei Kell­berg mach­te sich eine zehn­köp­fi­ge Grup­pe der Pfarr­ge­mein­de St. Bla­si­us auf den Weg ins nie­der­ös­ter­rei­chi­sche Stift Gött­weig. Das tra­di­ti­ons­rei­che Klos­ter ist eng mit dem hei­li­gen Bischof Alt­mann von Pas­sau ver­bun­den, der dort auch sei­ne letz­te Ruhe­stät­te fand und als Grün­der der Pfar­rei Kell­berg im Jahr 1076 gilt.

Fünf beson­ders ent­schlos­se­ne Teil­neh­mer, ange­führt von Pfar­rer Andre­as Erndl, bewäl­tig­ten die rund 240 Kilo­me­ter lan­ge Stre­cke mit dem Fahr­rad, wäh­rend die übri­gen Pil­ger auf das Auto zurück­grif­fen. Die wenig ein­la­den­de Wet­ter­pro­gno­se für die Tage der Eis­hei­li­gen mit Käl­te und Regen hat­te im Vor­feld durch­aus abschre­ckend gewirkt.

Ers­tes Etap­pen­ziel war das Stift St. Flo­ri­an bei Linz, das eben­falls eng mit Bischof Alt­mann ver­bun­den ist, der dort bereits 1071 Augus­ti­ner-Chor­her­ren ein­setz­te. Dort leg­te die Rad­fah­rer­grup­pe ihre ers­te Über­nach­tung ein, wäh­rend die Auto-Wall­fah­rer erst am fol­gen­den Tag dazu­stie­ßen. Für sie bot sich genau am Gedenk­tag der ​„Kal­ten Sophie“, die Gele­gen­heit zu einer Füh­rung durch das Stift, inklu­si­ve Besuch des Gra­bes von Anton Bruck­ner in der Krypta.

Im Anschluss führ­te der Weg wei­ter zum Stift Melk, des­sen Grün­dung durch Mark­graf Leo­pold II. im Jahr 1089 eben­falls im Umfeld Alt­manns gese­hen wird. Nächs­te Sta­ti­on war die Wein­stadt Krems an der Donau am Tor zur Wach­au. Quar­tier bezog die Grup­pe in der dor­ti­gen Wein­bau­schu­le, da die Unter­künf­te im nahe­ge­le­ge­nen Stift Gött­weig bereits aus­ge­bucht waren. Die Rad­pil­ger tra­fen sicht­lich erschöpft, aber zufrie­den über ihre eige­ne Leis­tung ein. Der Abend klang in gemein­sa­mer Run­de aus, bes­tens vor­be­rei­tet von der bereits ein­ge­trof­fe­nen Auto-Gruppe.

Am frü­hen Mor­gen führ­te der Weg über die Donau hin­auf zum Stift Gött­weig. In der Kryp­ta unter der Stifts­kir­che fei­er­te die Grup­pe gemein­sam mit den Mön­chen die Früh­mes­se. Dabei bot sich den Pil­gern eine beson­de­re lit­ur­gi­sche Form: Die Fei­ern­den sit­zen nicht, wie meist üblich, in Rei­hen vor dem Altar, son­dern ver­sam­meln sich um Ambo und Altar. Der ​„Tisch des Wor­tes“, der Ambo, und der ​„Tisch des Bro­tes“, der Altar, bil­den zwei Mit­tel­punk­te eines Raums, eine Anord­nung, wie man sie etwa auch in der St.-Anton-Kirche in Pas­sau findet.

In einem Neben­raum der Kryp­ta befin­det sich der Reli­qui­en­schrein des hei­li­gen Alt­manns. Dort emp­fing Abt Patrick Schöder OSB die Pil­ger aus Kell­berg, zeig­te sich erfreut über den per­sön­li­chen Besuch und den direk­ten Aus­tausch mit der Dele­ga­ti­on. Sein bereits vor eini­ger Zeit zuge­sag­ter Besuch beim Pfarr­fest in Kell­berg im Okto­ber wur­de dabei noch ein­mal bekräftigt.

Nach einer kur­zen Füh­rung und einer Stär­kung im Klos­ter­re­stau­rant mit beein­dru­cken­dem Blick über das Donau­tal ver­ab­schie­de­te sich die Pil­ger­grup­pe schließ­lich wie­der in Rich­tung Hei­mat – dies­mal aller­dings ohne Fahrrad.

Abfahrt der Radl-Wall­fah­rer nach Gött­weig am Tag des Eis­hei­li­gen Boni­faz in aller Herr­gotts­frü­he (v. re.): Pfar­rer Andre­as Erndl, Alfred Sei­del, Rena­te Dam­ber­ger Josef und Alo­is Alten­dor­fer sowie Josef Dam­ber­ger, der die Grup­pe bis Jochen­stein begleitete.

Die Gött­weig-Pil­ger am Schrein des hl. Alt­mann in der Kryp­ta der Klos­ter­kir­che Gött­weig (v. li.) Chris­ti­ne und Hans Höf­ler, Rena­te Dam­ber­ger, Alo­is und Josef Alten­dor­fer, Alfred Sei­del, Abt Patrick Schöder, Pfar­rer Andre­as Erndl, Hans Käser, Dio­nys Asen­kersch­bau­mer und Josef Schauer.

Zufrie­den machen sich die Pil­ger zurück auf den Weg nach Kell­berg, aller­dings nicht mehr mit dem Fahr­rad (v. li.) Josef Alten­dor­fer, Rena­te Dam­ber­ger, Chris­ti­ne Höf­ler, Alfred Sei­del, Pfar­rer Andre­as Erndl, Dio­nys Asen­kersch­bau­mer, Alo­is Alten­dor­fer, Hans Höf­ler, Hans Käser und Josef Schauer.

Got­tes­dienst mit Bene­dik­ti­ner-Mön­chen in der Kryp­ta unter der Haupt­kir­che von Gött­weig am Namens­tag des hl. Johan­nes von Nepomuk

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