Von Dionys Asenkerschbaumer
Kellberg. Aus Anlass des 950-jährigen Jubiläums der Pfarrei Kellberg machte sich eine zehnköpfige Gruppe der Pfarrgemeinde St. Blasius auf den Weg ins niederösterreichische Stift Göttweig. Das traditionsreiche Kloster ist eng mit dem heiligen Bischof Altmann von Passau verbunden, der dort auch seine letzte Ruhestätte fand und als Gründer der Pfarrei Kellberg im Jahr 1076 gilt.
Fünf besonders entschlossene Teilnehmer, angeführt von Pfarrer Andreas Erndl, bewältigten die rund 240 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad, während die übrigen Pilger auf das Auto zurückgriffen. Die wenig einladende Wetterprognose für die Tage der Eisheiligen mit Kälte und Regen hatte im Vorfeld durchaus abschreckend gewirkt.
Erstes Etappenziel war das Stift St. Florian bei Linz, das ebenfalls eng mit Bischof Altmann verbunden ist, der dort bereits 1071 Augustiner-Chorherren einsetzte. Dort legte die Radfahrergruppe ihre erste Übernachtung ein, während die Auto-Wallfahrer erst am folgenden Tag dazustießen. Für sie bot sich genau am Gedenktag der „Kalten Sophie“, die Gelegenheit zu einer Führung durch das Stift, inklusive Besuch des Grabes von Anton Bruckner in der Krypta.
Im Anschluss führte der Weg weiter zum Stift Melk, dessen Gründung durch Markgraf Leopold II. im Jahr 1089 ebenfalls im Umfeld Altmanns gesehen wird. Nächste Station war die Weinstadt Krems an der Donau am Tor zur Wachau. Quartier bezog die Gruppe in der dortigen Weinbauschule, da die Unterkünfte im nahegelegenen Stift Göttweig bereits ausgebucht waren. Die Radpilger trafen sichtlich erschöpft, aber zufrieden über ihre eigene Leistung ein. Der Abend klang in gemeinsamer Runde aus, bestens vorbereitet von der bereits eingetroffenen Auto-Gruppe.
Am frühen Morgen führte der Weg über die Donau hinauf zum Stift Göttweig. In der Krypta unter der Stiftskirche feierte die Gruppe gemeinsam mit den Mönchen die Frühmesse. Dabei bot sich den Pilgern eine besondere liturgische Form: Die Feiernden sitzen nicht, wie meist üblich, in Reihen vor dem Altar, sondern versammeln sich um Ambo und Altar. Der „Tisch des Wortes“, der Ambo, und der „Tisch des Brotes“, der Altar, bilden zwei Mittelpunkte eines Raums, eine Anordnung, wie man sie etwa auch in der St.-Anton-Kirche in Passau findet.
In einem Nebenraum der Krypta befindet sich der Reliquienschrein des heiligen Altmanns. Dort empfing Abt Patrick Schöder OSB die Pilger aus Kellberg, zeigte sich erfreut über den persönlichen Besuch und den direkten Austausch mit der Delegation. Sein bereits vor einiger Zeit zugesagter Besuch beim Pfarrfest in Kellberg im Oktober wurde dabei noch einmal bekräftigt.
Nach einer kurzen Führung und einer Stärkung im Klosterrestaurant mit beeindruckendem Blick über das Donautal verabschiedete sich die Pilgergruppe schließlich wieder in Richtung Heimat – diesmal allerdings ohne Fahrrad.
Abfahrt der Radl-Wallfahrer nach Göttweig am Tag des Eisheiligen Bonifaz in aller Herrgottsfrühe (v. re.): Pfarrer Andreas Erndl, Alfred Seidel, Renate Damberger Josef und Alois Altendorfer sowie Josef Damberger, der die Gruppe bis Jochenstein begleitete.
Die Göttweig-Pilger am Schrein des hl. Altmann in der Krypta der Klosterkirche Göttweig (v. li.) Christine und Hans Höfler, Renate Damberger, Alois und Josef Altendorfer, Alfred Seidel, Abt Patrick Schöder, Pfarrer Andreas Erndl, Hans Käser, Dionys Asenkerschbaumer und Josef Schauer.
Zufrieden machen sich die Pilger zurück auf den Weg nach Kellberg, allerdings nicht mehr mit dem Fahrrad (v. li.) Josef Altendorfer, Renate Damberger, Christine Höfler, Alfred Seidel, Pfarrer Andreas Erndl, Dionys Asenkerschbaumer, Alois Altendorfer, Hans Höfler, Hans Käser und Josef Schauer.
Gottesdienst mit Benediktiner-Mönchen in der Krypta unter der Hauptkirche von Göttweig am Namenstag des hl. Johannes von Nepomuk


