Die Geschichte des Liederkranzes Salzweg

Andreas Erndl am 30.06.2025

2025 feierte der Liederkranz 70 jähriges Bestehen. Paul Ilg hat dazu die ereignisreiche Geschichte in Worte gefasst.

Die Grün­dungs­jah­re 1955 bis 165

Alles begann am 05.Mai 1955, bezeich­nen­der Wei­se ein Don­ners­tag, der ja über vie­le Jah­re und auch jetzt wie­der der wöchent­li­che Pro­ben­tag des Cho­res ist.
An die­sem Tag tra­fen sich Lud­wig und Nora Wein­zierl, Ida und Wal­ter Friedl und Gretl und Hein­rich Pau­li zur Grün­dung des Lie­der­kran­zes,
Die­ser Ter­min ist wahr­lich kein Zufall. Der 2. Welt­krieg war gera­de ein­mal 10 Jah­re zu Ende und Deutsch­land befand sich im soge­nann­ten Wirt­schafts-wun­der. Die Sehn­sucht nach einem geord­ne­ten Leben, in dem nicht nur das mate­ri­el­le Wohl­erge­hen, son­dern auch die brach lie­gen­de Kul­tur wie­der eine tra­gen­de Rol­le spielt, war über­all spür­bar. Fil­me, wie Wir Wun­der-kin­der“ oder ich den­ke oft an Prio­sch­ka“ brach­ten das eben­so zum Aus-druck, wie Cate­ri­na Valen­te mit dem Lied Ganz Paris träumt von der Lie­be“ und die belieb­ten Songs von Heint­je.
Im Pro­to­koll des Lie­der­kran­zes vom 05.Mai heißt es: „ Es ist jetzt die Zeit, wo unse­re nie­der­bay­ri­sche Hei­mat schön lang­sam der mate­ri­el­le Wohl-stand erreich­te und hei­ße Hits und kurz­le­bi­ge Schla­ger in“ wur­den, da
erkann­te ein klei­ner Kreis von Bür­gern uns­rer Gemein­de, wie sehr dadurch unser hei­mi­sches Brauch­tum und Kul­tur­gut gefähr­det war“.
In die­sem Sinn wur­den mit viel Geduld und Idea­lis­mus ein­fa­che Volks­lie­der geprobt und öffent­lich auf­ge­führt. Der ers­te Auf­tritt fand beim soge­nann­ten Lin­den­fest in Fran­kl­bach statt. Die begeis­ter­te Auf­nah­me, so das Pro­to­koll,
führ­te zu einem gewach­se­nen Zutrau­en zum Chor, so dass bereits im Sopran 8, im Alt 7, im Tenor 5 und im Bass 10 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger einen viel ver­spre­chen­den Anfang bil­de­ten. Dies war nicht zuletzt der Ver­dienst von Lud­wig Wein­zierl, der bis 1966 den Chor lei­te­te und von Bap­tist Sträz, der in die­ser Zeit Vor­stand des Ver­eins war.
Da erst 10 Jah­re spä­ter, am 15.11.1964 die Salz­we­ger Kir­che ein­ge­weiht wur­de, war das Lied­gut des Cho­res bis dahin rein welt­li­cher Art.
Die­se 10 Jah­re von 1955 bis 1965 waren von ent­schei­den­den Vor­gän­gen in Deutsch­land und der Welt geprägt: die Bun­des­re­pu­blik wur­de ein sou­ve­rä­ner Staat, Ade­nau­er hol­te die letz­ten Kriegs­ge­fan­ge­nen aus Mos­kau nach Hau­se,
die Bun­des­re­pu­blik wur­de Mit­glied der Nato und mit der Kuba-Kri­se zog die Gefahr eines 3.Weltkrieges her­auf.
In die­ser Situa­ti­on eta­blier­te sich der Lie­der­kranz immer stär­ker in der Gemein­de Salz­weg, so dass jedes Jahr ein Sän­ger­ball und ein bun­ter Abend durch­ge­führt wer­den konn­te. Sogar eine eige­ne Prin­zen­gar­de wur­de auf­ge-stellt und Thea­ter­auf­füh­run­gen, wie Der Lip­pen­stift“ mach­ten von sich reden.

Mit dem Jahr­zehnt von 1965 bis 1975
waren ein­schnei­den­de Ver­än­de­run­gen beim Lie­der­kranz ver­bun­den.
Nach dem Tod von Lud­wig Wein­zierl wur­de Wal­ter Friedl bis 1984 Chor- lei­ter des Lie­der­kran­zes und ab 1965 auch Lei­ter des Kir­chen­cho­res, der sich nun nach der Ein­wei­hung der Salz­we­ger Kir­che eta­bliert hat­te.
Von da an über­nahm der Lie­der­kranz, des­sen Mit­glie­der zumeist auch dem Kir­chen­chor ange­hör­ten, in zuneh­men­den Maße auch geist­li­che Gesän­ge.
Grund­la­ge war die Enzy­kli­ka Musi­cae sacra dis­zi­pli­na“ zur Bedeu­tung der Kir­chen­mu­sik von Papst Pius XII.
Von 1968 bis 1982 hieß der Vor­stand Sepp Kuf­ner und Chor­lei­ter war von 1966 bis 1984 Wal­ter Friedl.
Lang­sam, aber kon­ti­nu­ier­lich ver­grö­ßer­te sich der Chor. War es zunächst für die Salz­we­ger Bevöl­ke­rung nicht ohne wei­te­res selbst­ver­ständ­lich dem Chor bei­zu­tre­ten, weil der Ver­ein als eine in sich geschlos­se­ne Gemein-schaft wahr­ge­nom­men wur­de, so änder­te sich die­se Ein­stel­lung mit den zuneh­men­den Akti­vi­tä­ten in der Öffent­lich­keit.
So fand ein Früh­lings­fest mit Tanz und ein Herbst­sin­gen in Büchl­berg statt.
Die Teil­nah­me am Sän­ger­fest in Röhrn­bach, die Aus­rich­tung eines jähr-lichen Sän­ger­ball für die gesam­te Bevöl­ke­rung för­der­ten die Inte­gra­ti­on des Cho­res in der Gemein­de.
Ein Ball war damals nie nur Tanz, es gab auch immer lus­ti­ge Ein­la­gen. So steht im Pro­to­koll von 1973:
  Sän­ger sand koa trü­be Tas­sen
 Drum ham´s a se was eifo­in las­sen
 Und drum steht des­moi in da Mitt
 So wia in Köln und Mainz a Bütt.
Jah­res­aus­flü­ge und Mai­dult­be­su­che wur­den zur Regel. Der Chor wur­de zu einer fes­ten, aber für Ande­re offe­nen Gemein­schaft, in einem Jahr­zehnt, das geprägt war von den letz­ten Nach­wir­kun­gen des Krie­ges als Chur­chill starb, von der zuneh­men­den Bedeu­tung der Raum­fahrt – dem ers­ten bemann­ten Raum­flug der USA — und dem Ende des zwei­ten vati­ka­ni­schen Kon­zils, das ein­schnei­den­de Ver­än­de­run­gen in der Lit­ur­gie und damit auch Aus-wir­kun­gen auf die musi­ka­li­sche Gestal­tung von Mess­fei­ern durch den Chor
mit sich brachte.


Das Jahr­zehnt von 1975 bis 1985 war geprägt von vie­len Ver­bin­dun­gen des Lie­der­kran­zes zu ande­ren Ver­ei­nen.
Wenn es zunächst im Pro­to­koll gehei­ßen hat:“ Die Chor­pro­ben waren damals immer gern und gut besucht und for­der­ten vom Sän­ger nicht all­zu viel ab, weil wir damals noch ein aus­ge­wo­ge­ner mit viel Jugend­stim­men bestück­ter Chor waren.“
Doch dann muss­te gegen Ermü­dungs­er­schei­nun­gen ange­kämpft wer­den.
Chor­lei­ter Wal­ter Friedl stell­te in der Jah­res­haupt­ver­samm­lung fest: Der Chor­be­such ist unre­gel­mä­ßig, im Durch­schnitt ist der Chor nur zur Hälf­te anwe­send. Die Gesangs­dis­zi­plin lässt sehr zu wün­schen übrig. Beson­ders wer­den die Lücken in den Män­ner­stim­men beklagt, so dass ein öffent­li­ches Auf­tre­ten kaum mehr mög­lich ist.
Das hat sich sodann sehr schnell zum Bes­se­ren gewan­delt.
Schon beim 20jährigen Grün­dungs­fest hieß es:
 Dies ist wohl unser aller Ziel,
 erstre­ben wir´s mit fro­hem Mut!
 Und wir ver­spre­chen nicht zu viel,
 was so lang währ­te ist doch gut.“
Und so folg­te eine Rei­he von Teil­nah­men musi­ka­li­scher Art beim Trach­ten-ver­ein Salz­weg, beim Chor­fest in Kell­berg, beim Sän­ger­ball in St. Mari­en­kir­chen, beim Chor­fest in Büchl­berg, beim Herbst­sin­gen in Weg­scheid, beim Sän­ger­fest in Unterigl­bach, beim Freund­schafts­sin­gen in Titt­ling und beim Gesang­ver­ein Hart­kir­chen.
Schließ­lich wur­de das 25jährige Grün­dungs­fest des Lie­der­kran­zes mit einem gro­ßen Sän­ger­fest gefei­ert. Nicht weni­ger als 18 Chor- und Gesangs-ver­ei­ne kamen nach Salz­weg. Ver­tre­ten waren fast alle benach­bar­ten Chö­re von Pas­sau über Titt­ling, Hut­thurm, Per­les­reut bis nach Ober­ös­ter­reich.
Und so konn­te am Ende der Lie­der­kranz auf vie­le Auf­trit­te stolz sein und nicht nur davon träu­men, so wie Peg­gy March damals sang Mit 17 hat man noch Träu­me“.
Es war die Zeit, in der das Voll­jäh­rig­keits­al­ter von 21 auf 18 Jah­re her­ab-gesetzt wur­de, in dem Micha­el Gor­bat­schow Ruß­lands Prä­si­dent wur­de und in dem Boris Becker mit 17 Jah­ren Wim­ble­don-Sie­ger in Ten­nis wurde.


Auch das Jahr­zehnt von 1985 bis 1995 brach­te eine Rei­he ein­schnei­den­der Ver­än­de­run­gen für den Lie­der­kranz. Sepp Kuf­ner wur­de von Paul Bitt­mann als Vor­stand abge­löst Er hat­te die­ses Amt bis zum Jahr 2000 inne. Chor­lei­ter wur­de Hans Schmid zusam­men mit Josef Kölbl, der für den Kir­chen-chor zustän­dig war.
Hans Schmid, moti­viert von sei­nen Dienst­jah­ren in St. Oswald, grün­de­te 1985 den Män­ner­chor, des­sen Lei­ter er bis zu sei­nem Tod 2018 war.
Nun began­nen auch die Auf­trit­te des Cho­res bei den Früh­lings­kon­zer­ten der Ruper­ti­blä­ser in der dama­li­gen Turn­hal­le der Schu­le Salz­weg. Mit einem 20minutigen Auf­tritt der Euro­pa­rei­se“ führ­te sich der Chor so gut ein, dass in der Fol­ge 10 Neu­zu­gän­ge begrüßt wer­den konn­ten.
Wei­te­re Auf­trit­te folg­ten beim Volks­mu­sik­abend in Hut­thurm , beim Jubi­lä­um in St.Oswald, beim Lie­der­kranz Büchl­berg, oder beim wald­le­ri­schen Advent in Unter­gries­bach. Im Okto­ber 1988 fuhr der Lie­der-kranz nach Wels in Ober­ös­ter­reich, um in einem Ton­stu­dio Schall­plat­ten-auf­nah­men zu machen.
Der gemisch­te Chor gestal­te­te eine Fest­mes­se und das anschlie­ßen­de Freund­schafts­sin­gen in Obern­zell.
Der neu­ge­grün­de­te Män­ner­chor leg­te gleich rich­tig los. Er ent­wi­ckel­te sich zu einem rich­ti­gen Hoch­zeitschor in wei­tem Umkreis. Salz­weg, Straß-kir­chen, Maria Hilf und in den Kir­chen vie­ler ande­rer Orte erklang zur Erbau­ung der Braut­paa­re und Hoch­zeits­gäs­te abwech­selnd die Waid­ler-mes­se und die Bau­ern­mes­se. Es wur­de eben damals noch viel gehei­ra­tet und das sogar kirch­lich. Die­se Auf­trit­te brach­ten der Kas­se des Lie­der-kran­zes erheb­li­chen Zuwachs. 1993 zum Bei­spiel trat der Män­ner­chor nicht weni­ger als 17mal auf. Beliebt waren auch die Mai­an­dach­ten in Stol­ling und Gstött­müh­le, nicht zuletzt wegen der anschlie­ßen­den Brot­zei­ten in Juden­hof und Stol­ling.
Wie sehr sich der Män­ner­chor um sein Niveau bemüh­te, erkann­te man schon dar­an, dass er sich in einem zwei­tä­gi­gen Semi­nar in Mauth auf sei­ne Auf­trit­te vor­be­rei­te­te.
Seit 1990 fand auch jähr­lich das Advent­sin­gen des Pfarr­ge­mein­de­rats in der Kir­che statt. Der gemisch­te Chor und der Män­ner­chor brach­ten sich jeweils mit advent­li­chen Lie­dern ein.
Dar­über hin­aus enga­gier­te sich der gesam­te Chor beim Pfarr­fest und meh­re­ren Hei­mat- und Lie­der­aben­den ande­rer Chö­re.
1995 war das Jahr, in dem Micha­el Jack­son in der Sen­dung Wet­ten dass“ auf­trat, Öster­reich der EU betrat und der Bos­ni­en­krieg endete.


Auch das Jahr­zehnt von 1995 bis 2005 brach­te ent­schei­den­de Ver­än­der-ungen beim Lie­der­kranz.
Paul Bitt­mann, der von 1982 bis 2000 Vor­stand war, wur­de von Erich Schmid abge­löst, der das Amt bis 2005 inne­hat­te. Lei­ter des gemisch­ten und des Män­ner­cho­res war wei­ter­hin Hans Schmid, wäh­rend Josef Kölbl bis 2004 dem Kir­chen­chor vor­stand und von da an bis 2006 Hans Hutz­ler.
Einen ent­schei­den­den Ein­schnitt brach­te das Jahr 2004 durch die Ver-eini­gung von Lie­der­kranz und Kir­chen­chor zur Chor­ge­mein­schaft.
Aus­lö­ser war die immer schwä­cher wer­den­de Beset­zung der bei­den Chö­re.
So hieß es im Pro­to­koll :
Trotz mas­si­ver Wer­bung unter ande­rem im Lokal­ra­dio, in der Zei­tung, im Amts­blatt und durch Auf­trit­te ist es der Vor­stand­schaft nicht gelun­gen, Sän­ge­rin­nen und Sän­ger mit guter Stim­me bzw. Freu­de am Sin­gen für unse­re Chö­re zu gewin­nen.“ Nach­wuchs, so stand wei­ter zu lesen, sei ein Fremd­wort.
Trotz alle dem man­gel­te es nicht an Auf­trit­ten des gemisch­ten und Män­ner­cho­res. Bis 1997 betei­lig­te sich die Chor­ge­mein­schaft an den Früh­jahrs­kon­zer­ten der Ruper­ti­blä­ser in der Turn­hal­le, wie auch an den Advent­sin­gen des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes in der Kir­che. Auch die übli­chen Mai­an­dach­ten wur­den musi­ka­lisch gestal­tet. Von 1997 an über­nahm der Män­ner­chor in der Christ­met­te den musi­ka­li­schen Teil.
Die Betei­li­gung an der Fron­leich­nams­pro­zes­si­on mit den ent­spre­chen­den Lie­dern wur­de nun zum fes­ten Bestand­teil im Jah­res­ab­lauf.
Man traf sich mit der Chor­ge­mein­schaft Kas­sel und fei­er­te die Jubi­lä­en in Straß­kir­chen und St. Oswald mit.
Zum 50jährigen Grün­dungs­fest der Chor­ge­mein­schaft wur­de ein Fest­zug, eine Fest­mes­se mit der Spat­zen­mes­se und ein Fest­kon­zert mit meh­re­ren befreun­de­ten Chö­ren orga­ni­siert.
Zur Ein­wei­hung des neu­erbau­ten Pfarr­hei­mes wur­de die Etta­ler Mes­se“ auf­ge­führt.
2005 war auch das Jahr in dem Kar­di­nal Ratz­in­ger zum Papst und Ange­la Merkl zur Bun­des­kanz­le­rin gewählt wor­den war.


Das nächs­te Jahr­zehnt von 2005 bis 2015 war vor allem geprägt vom Wech­sel im Vor­stand und bei den Chor­lei­tern.
Vor­stand war nun von 2006 bis 2021 Bar­ba­ra – Bär­bel- Friedl.
Chor­lei­ter war von 2006 bis 2008 Albert Heindl, von 2009 bis 2012 Paul Schul­ten und seit 2012 Maxi­mi­li­an Jäger.
Da nun­mehr das Pfarr­heim mit dem Pfarr­saal zur Ver­fü­gung stand, wur­den die wöchent­li­chen Pro­ben abwech­selnd im Pfarr­saal und Gast­hof Spet­zin­ger abge­hal­ten. Älte­re unter uns den­ken noch an man­che Ereig­nis­se im Kamin­zim­mer beim Spet­zin­ger, wo sich ein gro­ßer Kachel­ofen befin­det, neben dem der Bass sei­nen Platz hat­te. Im Win­ter hat der Wirt schon vor­her kräf­tig ein­ge­heizt und immer noch wei­ter nach­ge­legt, so dass die Sän­ger arg ins Schwit­zen kamen. Was wir damals nicht wuss­ten war, dass sich über dem Kachel­ofen die Räu­cher­kam­mer des Wirts­hau­ses befand und somit immer für aus­rei­chend Hit­ze und Rauch gesorgt wer­den muss­te. Die­ser Umstand erwies sich auch sehr för­der­lich für den Geträn­ke­ab­satz bei den Pro­ben.
Auch die Bedie­nun­gen waren sehr zuvor­kom­mend. So geschah es immer wie­der, dass bei Pro­ben, wenn gera­de das gefühl­vol­le Sanc­tus einer Mes­se geübt wur­de, die Tür auf­ge­ris­sen wur­de und die Bedie­nung mit dem Satz Wer hat denn hier ein Weiß­bier b´stellt?“ her­ein­ge­stürmt kam.
Unter der Chor­lei­tung von Albert Heindl erlang­te der Chor eine gro­ße Selb­stän­dig­keit, weil die­se durch die recht groß­zü­gi­ge Hal­tung des Lei­ters sehr geför­dert wur­de. Auch in die­ser Peri­ode bestritt der Chor mehr­fach das Herbst­sin­gen, einen Lie­der­abend der Musik­schu­le, war beim Mari­en-sin­gen in Straß­kir­chen dabei und traf sich mit Sän­gern in Kubo­va Hut in Tsche­chi­en. Kurz vor Albert Heindl zum Jah­res­en­de 2008 kün­dig­te wur­de zu Weih­nach­ten noch die Pas­tor­al­mes­se von Dia­bel­li auf­ge­führt.
Nun folg­te Paul Schul­ten als Chor­lei­ter. Ab jetzt fan­den alle Pro­ben im Pfarr­heim statt. Am 23.Oktober 2010 fei­er­te der Män­ner­chor 25 Jah­re Bestehen. Der Wahl­spruch lau­te­te:
 Z´ammghoitn ham­ma, des is klar, de ganzn 25 Jahr.
 A Jeder kennt vo uns an Jedn, de guatn Seitn und de blädn,
 und sing ma manch­moi a dan­ebn, a Feind­schaft hat´s bei uns nia gebn.
In Oberplan/​Tschechien gab der Lie­der­kranz ein Kon­zert.
Paul Schul­ten hat mit gro­ßem Tem­pe­ra­ment den Chor gelei­tet, so sehr, dass Man­cher mit die­sem Tem­pe­ra­ment nicht Schritt hal­ten konn­te.
Ein­drucks­voll waren die Auf­trit­te bei diver­sen Herbst­sin­gen, Advent­sin­gen und Auf­trit­te in der Senio­ren­re­si­denz Salz­weg.
Ein­drucks­voll war auch der Sän­ger­aus­flug nach Buda­pest. Schon Wochen davor hat der Chor das Sank­tus­lied Hei­lig, hei­lig, hei­lig“ in unga­ri­scher Spra­che müh­sam erlernt, um dann wie ange­kün­digt in einer gro­ßen Kir­che in Buda­pest damit zu glän­zen. Die­ser Aus­flug nach Ungarn blieb allen

Sän­ge­rin­nen und Sän­ger wegen der außer­ge­wöhn­li­chen Ereig­nis­se noch lan­ge in Erin­ne­rung.
All­ge­mein kann man sagen, dass die jähr­li­chen Chor­aus­flü­ge jeweils sehr pro­fes­sio­nell von der Vor­stand­schaft vor­be­rei­tet und durch­ge­führt wur­den.
Sei es in Deutsch­land, Tsche­chi­en oder Öster­reich: die Aus­flü­ge waren ein Erleb­nis und tru­gen sehr zum Zusam­men­halt des Cho­res bei.
Dies zeig­te sich dann meis­tens bei der Heim­fahrt im Bus. Da führ­te der Chor sei­ne gan­ze Stimm­ge­walt vor. Mit for­tis­si­mo furio­so wur­de dann aus dem neu-deut­schen Lied­gut, wie Mar­mor­stein und Eisen bricht“ ein Bei­spiel her­vor-ragen­der San­ges­kunst gege­ben bis der Bus zu zit­tern anfing.
Wie die Ver­eins­aus­flü­ge, so sind auch die Weih­nachts­fei­ern ein Muss für jeden Ver­ein, der etwas auf sich hält. Beim Lie­der­kranz aber haben sich die Weih­nachts­fei­ern immer durch ein hohes Niveau aus­ge­zeich­net. Das betraf nicht nur die Tex­te, son­dern selbst­ver­ständ­lich auch die musi­ka­li­schen Bei­trä­ge. Und ohne Niko­laus war eine Weih­nachts­fei­er undenk­lich. Dabei konn­te der Niko­laus auch auf Sit­ten und Unsit­ten im Chor ein­ge­hen. Davon spä­ter mehr.
Bär­bel Friedl als Vor­stän­din des Lie­der­kran­zes war so etwas wie die Ange­la Märkl, nicht nur was ihre lan­ge Regie­rungs­zeit betraf, son­dern auch die Art und Wei­se, wie sie den Chor zusam­men­hielt. Auch, wenn es manch­mal schwie­rig war, mit einem Lächeln erle­dig­te sie Fra­gen noch bevor sie zu einem Pro­blem wer­den konn­ten.
Ein wah­rer Glücks­fall war es dann, als am 11. Sep­tem­ber 2012 Maxi­mi­li­an Jäger die Lei­tung des Cho­res über­nahm. Vor­her stand der Lie­der­kranz nach der Kün­di­gung von Paul Schul­ten bei­na­he vor einem Abgrund, da nie­mand, auch nicht der Musik­di­rek­tor der Diö­ze­se, Dr. Schwem­mer noch der Regio­nal­kan­tor Ber­ger einen Rat zur Wei­ter­füh­rung des Cho­res parat hat­te. Über die Ver­bin­dung unse­res Schrift­füh­rers Sepp Bür­ger zu sei­nem frü­he­ren Kol­le­gen Rose konn­te Maxi­mi­li­an Jäger gewon­nen wer­den, der sich gera­de am Ende sei­nes Stu­di­ums der Kir­chen­mu­sik befand.
Da zeig­te sich sehr schnell, dass die Kom­bi­na­ti­on Bär­bel Friedl als Vor­stand und Max Jäger als Chor­lei­ter ein Segen für den Lie­der­kranz war.

Das Jahr­zehnt von 2015 bis heu­te brach­te eine kaum geglaub­te Stei­ge­rung des Cho­res, sowohl was sein Niveau betraf, als auch sei­ne Beset­zung.
Das betraf auch den Män­ner­chor, den Hans Schmid bis zu sei­nem Tod 2018
gelei­tet hat­te. 
Es stell­te sich die Fra­ge, ob der Män­ner­chor wei­ter bestehen soll­te. In die­ser Situa­ti­on hat sich Wal­ter Ter­lezt­ky bereit erklärt die Lei­tung zu über­neh­men. Dadurch hat er den Män­ner­chor über eine schwie­ri­ge Zeit geret­tet und so ist er auch dem Wunsch von Hans Schmid nach­ge­kom­men.
Und wie­der ist das Glück dem Chor treu geblie­ben, indem Klaus Hat­ting, als ehe­ma­li­ger Lei­ter der Kreis­mu­sik­schu­le den Män­ner­chor über­nom­men hat und dann auch pro­fes­sio­nell geführt hat. Dass der Män­ner­chor in der Fol­ge sehr an Niveau gewon­nen hat, zeigt sich in vie­len Anfor­de­run­gen nicht nur für Mai­an­dach­ten und die Nepo­muk­fei­er der Acker­mann­ge­mein­schaft in Pas­sau, son­dern auch in immer häu­fi­ge­ren Auf­trit­ten in der Pfarrkirche.

Für den gemisch­ten Chor begann jetzt die Zeit der gro­ßen Auf­trit­te und Kon­zer­te unter der Füh­rung von Maxi­mi­li­an Jäger.
Am 24.12. 2015 wur­de die Christ­met­te aus der Salz­we­ger Kir­che im Rund-funk über­tra­gen, wobei die Pas­tor­al­mes­se von Karl Kemp­ter gesun­gen wur­de. An Pfings­ten 2015 wur­de die Mis­sa in F‑Dur von Valen­tin Rath­ge­ber gesun­gen. 2016 erklang das ers­te geist­li­che Kon­zert mit Chor und gro­ßem Orches­ter, bei dem die Mes­se in C‑Dur, die soge­nann­te Pic­co­lo­mi­ni-Mes­se
und das Magni­fi­cat von Vival­di auf­ge­führt wur­den.
Chor und Orches­ter boten ein Jahr dar­auf im geist­li­chen Kon­zert die
Mis­sa Sanc­ti Niko­lai von Joseph Haydn und das Hal­le­lu­ja von Hän­del dar.
2018 war die Krö­nungs­mes­se von Mozart Inhalt des geist­li­chen Kon­zerts.
Davor war der Chor zu einem Pro­ben­tag nach Alt­öt­ting gefah­ren.
2019 stand beim geist­li­chen Kon­zert Das Te Deum von Car­pen­tier und das Te Deum von Joseph Haydn auf dem Pro­gramm.
Dane­ben wur­den an den Fest­ta­gen ver­schie­de­ne Mes­sen auf­ge­führt, wie
Die Orgels­o­lo­mes­se und die Spat­zen­mes­se von Mozart und die Mis­sa bre­vis in F von Joseph Haydn.
Auch die regel­mä­ßig anfal­len­den Ter­mi­ne wur­den wahr­ge­nom­men, wie Som­mer- und Herbst­sin­gen, Kul­tur­ta­ge, Got­tes­diens­te in Salz­weg und Maria Hilf zum Pries­ter­ju­bi­lä­um von Pfar­rer Prügl.
Erst­mals wur­de 2019 statt des bis­her gewohn­ten Advent­sin­gen ein
Drei­kö­nigs­sin­gen durch­ge­führt. Das spä­ter vom Pas­si­ons­sin­gen abge­löst wurde.


Und dann kamen die Coro­na­jah­re 2020 und 2021.
Wie allen ande­ren Ver­ei­nen erging es auch dem Lie­der­kranz. Coro­na erzwang eine län­ge­re, unge­plan­te Pau­se im Gesang. Man konn­te sich nur gegen­sei­tig trös­ten mit dem Lied nach der Melo­die Der Mai ist gekom­men“
Und das ging so:
1. Der Mai ist gekom­men, die Sän­ger sind zu Haus,
 Coro­na hat´s ver­ur­sacht, die Pro­ben fal­len aus.
 Das ist uns doch lang­sam schon wirk­lich genug
 wir lei­den ja schreck­lich unter San­ges-Ent­zug.
2. Die Stim­me, die ros­tet, es macht nur noch klaks,
 wie schön war doch Sin­gen bei unse­rem Max.
 Kein Glo­ria erkling mehr, kein Hal­le­lu­ja,
 statt des­sen sind wir dem Mise­re­re so nah.
3. Es mault der Tenor, es jam­mert der Bass,
 und auch für die Frau­en ist die Lage echt krass.
 Der Diens­tag ist öde. Der Abend ist lang,
 ohne Geburts­tag und ganz ohne Gesang.
4. Der Mai ist gekom­men, die Sän­ger sind zu Haus,
 doch kei­ner der weiß, wann der Corona.Spuk aus.
 Dann packen´s wir wie­der, weil uns was dran liegt,
 dann haben wir mit Sin­gen das Virus besiegt.

2021 war es schon wie­der mög­lich am 24.Oktober das Requi­em für den ver­stor­be­nen Pfar­rer Prügl zu sin­gen. Und 2022 wur­den die Got­tes­dienst zu Ostern, Pfings­ten und Weih­nach­ten musi­ka­lisch gestaltet.

Im Juni 2021 wur­de Sie­grid Moser zur Vor­stän­din gewählt. Bär­bel Friedl, die infol­ge einer schwe­ren Erkran­kung das Vor­stands­amt nicht mehr voll aus­fül­len konn­te, trat in die zwei­te Rei­he als Stell­ver­tre­te­rin zurück.
Sie­grid Moser nahm von Anfang an das Vor­stands­amt mit gro­ßem Elan und Gewis­sen­haf­tig­keit in die Hand und hat­te sofort bes­ten Kon­takt zu den Sän­ge­rin­nen und Sän­gern.
Seit kur­zem ist Andre­as Anderl“ Kir­cher­mei­er zum Vor­stand gewählt wor­den. Wir wün­schen ihm viel Glück und Freu­de bei sei­ner Aufgabe.

2023 war dann wie­der ein geist­li­ches Kon­zert mög­lich mit der Spat­zen — mes­se-Mis­sa in C und Ave Ver­um und die Litanae Lau­re­ta­nae Bea­te Maria Vir­gi­ne von Mozart.
2024 war die Mes­se in G von Franz Schu­bert Inhalt des geist­li­chen Kon­zerts.
Und schließ­lich wur­de im geist­li­chen Kon­zert 2025 die Mes­se in G von Franz Schu­bert aufgeführt.

Alle die­se geist­li­chen Kon­zer­te in der Pfarr­kir­che Salz­weg mit gro­ßem Orches­ter fan­den in der Bevöl­ke­rung Salz­wegs und weit dar­über hin­aus gro­ßen Anklang, wie die Besu­cher­zahl und die Reso­nanz in der Pres­se
ein­deu­tig belegen.

Alle die­se Auf­füh­run­gen hat Maxi­mi­li­an Jäger orga­ni­siert, umfang­reich geprobt und gelei­tet. Alle Sän­ge­rin­nen und Sän­ger sind stolz mit­sin­gen zu kön­nen und sind sich bewusst, was sie dem Chor­lei­ter zu ver­dan­ken haben.

Wie nun nor­ma­ler Wei­se eine Chor­pro­be abläuft, kann ein klei­ner Aus-schnitt aus einem Niko­laus­auf­tritt deut­lich machen.

Zu pro­ben ist man stets bereit,
ja sogar zur Feri­en­zeit!
Und alle fol­gen treu und still,
wenn der Jäger Max es will.

Dis­zi­plin herrscht hier im Chor,
alle sind stets Aug und Ohr.
Ohr schon, doch Auge nicht so sehr,
drum schreit der Max: Schaut´s end­lich her.

Damit der Chor dies auch trai­niert
Wird oft das Tem­po vari­iert.
Die Damen haben kein Pro­blem,
weil sie den Max halt ger­ne sehn.

Die Herrn jedoch sind akku­rat
und schau­en stur ins Notenblatt.

Im letz­ten Jahr hat sich´s gezeigt, 
wie das Niveau stets wei­ter steigt.

Doch Zwei­fel hab ich dann dann gespürt,
Hab ich mich doch viel­leicht geirrt?“ 
Sind alle wirk­lich fromm und brav,
gedul­dig wie ein Opferschaf?

Drum hab ich neu­lich mir gedacht,
ich wart bis neun Uhr in der Nacht,
da ist die Pro­be längs­tens aus,
doch nie­mand kommt zum Pfarr­heim raus.

Die wer­den doch nicht wei­ter üben, 
das wäre schließ­lich über­trie­ben.
Da hab ich end­lich nach­ge­schaut,
was sich da drinn zusammenbraut.

Gleich hab ich mei­ne Nase voll,
da drin­nen riech­ts nach Alko­hol.
Der Wein, der fließt in vol­len Strö­men:
Ihr soll­tet euch doch wirk­lich schämen.

Und statt, dass ihr froh gesun­gen,
habt ihr Brot und Wurst ver­schlun­gen.
Gie­rig hat nach jeden Bis­sen,
sich der gan­ze Chor gerissen.

Jetzt wird mir end­lich ein­mal klar,
war­um die hol­de Sän­ger­schar
so ger­ne geht zum Sin­gen,
weil dort die Glä­ser klingen.

Es lässt sich lei­der nicht ver­mei­den,
neun­zig Minu­ten muss man lei­den,
bevor ertönt das schö­ne Stück:
Zum Geburts­tag recht viel Glück!“

Jedoch der Lei­dens­weg ist lang.
Schon zu Beginn wird man­chem bang.
An Sin­gen ist noch nicht zu den­ken,
zuerst muss man sich arg verrenken.

Die Schul­tern hoch und wie­der nie­der,
den Damen platzt schon fast das Mie­der.
Dann heißt es: Kopf nach rechts, nach links,
gebt euch nur Mühe, dann gelingt´s

Wo grad noch rechts war, ist jetzt links; 
der Max steht vorn wie eine Sphinx.
Die Takt­fre­quenz, die stei­gert er,
die Köp­fe flie­gen hin und her.

Als die­ses Üben sich gelegt,
wird doch noch die Musik gepflegt.
Jetzt end­lich fängt man an zu sin­gen, 
nicht schlecht, wie da die Töne klingen.

Der Rhyth­mus soll sich schön ent­fal­ten, 
auch Pau­sen sind noch ein­zu­hal­ten.
Pia­no, for­te und Fer­ma­te,
Cre­scen­do und auch noch Andan­te,
die T“ aus­spre­chen, Text gestal­ten,
da legt sich man­che Stirn in Falten.

Sich set­zen, dann im Ste­hen sin­gen, 
wenn man­che noch mit Noten rin­gen
und grad den nächs­ten Ton ergat­tern:
Wen wundert´s, dass die Ner­ven flattern.

Bis´s end­lich heißt: es reicht für heu­te
bis nächs­te Woch, ihr lie­ben Leu­te.
Schnell wird der Kampf­platz aus­ge­tauscht,
denn das Buf­fet ist aufgebaut.

Und dann wird kräf­tig ein­ge­schenkt.
Im Wein wir aller Stress ertränkt.
Weil man es halt schon so gewohnt
hat man zu Hau­se sich geschont
Auf´s Abend­essen ganz ver­zich­tet,
denn hier ist reich­lich angerichtet.

So isst ein Jeder, was er kann
Der Reso­nanz­kör­per schwillt an
Und dadurch kommt´s halt so, 
dass ste­tig steigt des Chor´s Niveau.

Und so dreht alles sich im Kreis,
das Sin­gen hat halt sei­nen Preis.
Man bleibt stets jung und wird nicht alt,
Sin­gen muss man halt!

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