Ehrenamtliche Trauerbegleiter ausgebildet, gesegnet und ausgesandt

Andreas Erndl am 01.12.2025

Wer Interesse an einer Trauerbegleitung hat, möge sich im Pfarrbüro melden.

Trau­er ist eine natür­li­che Reak­ti­on auf den Ver­lust einer gelieb­ten nahe­ste­hen­den Per­son, die ein­her­geht mit inten­si­ven Gefüh­len. In die­ser schmerz­li­chen Situa­ti­on braucht der Trau­ern­de neben Trost und Bei­stand oft auch noch Unter­stüt­zung bei der Orga­ni­sa­ti­on von Trau­er­fei­ern. Geschul­ter Trau­er­be­glei­ter kön­nen in die­ser emo­tio­nal her­aus­for­dern­den Situa­ti­on mehr als trös­ten, sie sind oft wert­voll Hel­fer auf dem Weg her­aus aus die­sem tie­fen Tal der Trau­er. In Thyr­n­au sind jetzt neun die­ser aus­ge­bil­de­ten ehren­amt­li­chen Trau­er­hel­fer im Rah­men eines Got­tes­diens­tes geseg­net und dann aus­ge­sandt worden.

Zur emo­tio­na­le Unter­stüt­zung der Trau­ern­den gehört nicht nur Trost spen­den und ein­fühl­sam zuhö­ren, um den Trau­ern­den in ihrem Schmerz Bei­stand zu leis­ten. Zu den Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien gehö­ren auch die Unter­stüt­zung bei der Ver­ar­bei­tung von Gefüh­len wie Wut, Schmerz und Angst, um damit den Trau­er­pro­zess zu erleich­tern. Der Trau­ern­de braucht oft auch prak­ti­sche Hil­fe wie zum Bei­spiel die Unter­stüt­zung bei der Orga­ni­sa­ti­on von Trau­er­fei­ern oder ande­ren prak­ti­schen Ange­le­gen­hei­ten. Als wich­ti­ge Netz­werk­ar­beit ist oft auch die Wei­ter­ver­mitt­lung an Psy­cho­lo­gen, Trau­er­grup­pen oder ande­re Ein­rich­tun­gen not­wen­dig, wenn eine noch tie­fe­re Unter­stüt­zung benö­tigt wird. Dabei ist die Trau­er­be­glei­tung nicht mit ärzt­li­cher oder psy­cho­the­ra­peu­ti­scher Behand­lung zu ver­wech­seln, sie kon­zen­triert sich viel­mehr auf die Beglei­tung im Trau­er­pro­zess, nicht auf die Hei­lung” einer Krank­heit. Und vor allem, die Trau­er­be­glei­tung bie­tet einen geschütz­ten per­sön­li­chen Rah­men, in dem Trau­ern­de ihre Gefüh­le offen äußern kön­nen und sie sich nicht aus dem sozia­len Mit­ein­an­der zurückzuziehen.

Um dem Trau­ern­de so eine wert­vol­le Hil­fe­stel­lung anbie­ten zu kön­nen, bedarf es des­halb auch einer spe­zi­el­len Aus­bil­dung. Die­se Grund­aus­bil­dung zur Trau­er­be­glei­tung bie­tet das Refe­rat Hos­piz- und Trau­er­pas­to­ral der Diö­ze­se Pas­sau für Frau­en und Män­ner an, die sich bereit erklä­ren, in Zusam­men­ar­beit mit den Pfarr­seel­sor­gern der Pfar­rei­en Trau­ern­de des eige­nen Pfarr­ver­ban­des in der ers­ten Zeit nach dem Ver­lust eines Ange­hö­ri­gen hilf­reich zu beglei­ten. Die­se Grund­aus­bil­dung, so erklärt hier­zu Dr. Ist­vàn Bruncsàk als Refe­rent für Hos­piz- und Trau­er­pas­to­ral im Pas­sau­er Ordi­na­ri­at, umfasst ins­ge­samt neun Modu­le zu je einer Dop­pel­stun­de. Dabei, so der Refe­rent, gehe es um die Trau­er­kul­tur in unse­rer Gesell­schaft, um ein psy­cho­lo­gi­sches Grund­wis­sen über die Trau­er, über Sym­bo­le und Gebe­te in der Trau­er­be­glei­tung, über die Trau­er­be­glei­tung im Kin­des­al­ter oder auch über die Trau­er nach einem Sui­zid gegangen.

Die­se Aus­bil­dung zum ehren­amt­li­chen Trau­er­be­glei­ter haben jetzt aus den bei­den Pfarr­ver­bän­den Straß­kir­chen und Hau­zen­berg ins­ge­samt acht Frau­en und ein Mann absol­viert. Vom Pfarr­ver­band Straß­kir­chen waren dies Johann Got­tin­ger und Anne­le­ne Wag­ner aus der Pfar­rei Thyr­n­au sowie Michae­la Wall­ner, Lui­se Köppl uns Ani­ta Rosen­au­er aus der Pfar­rei Salz­weg sowie vom Pfarr­ver­band Hau­zen­berg Hei­di Möckl, Mari­an­ne Hirsch und Wal­traud Leit­ner aus der Pfar­rei Hau­zen­berg. Außer­dem hat­te sich auch noch Mari­an­ne Holz­bau­er aus Wald­kir­chen aus pri­va­ten Grün­den zur Trau­er­be­glei­te­rin aus­bil­den lassen.

Die­se neun Trau­er­be­glei­ter wur­den jetzt im Rah­men eines fei­er­li­chen Got­tes­diens­tes in der Thyr­nau­er Pfarr­kir­che St. Franz Xaver offi­zi­ell aus­ge­sen­det. Ein herz­li­ches Vergelt’s Gott dafür, dass ihr euer gutes Herz für die­se groß­ar­ti­ge Bereit­schaft der Trau­er­be­glei­tung zur Ver­fü­gung stellt“, so begrüß­te Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer als Abtei­lungs­lei­ter Seel­sor­ger und Beglei­tung“ des Ordi­na­ri­ats die Trau­er­be­glei­ter, der in Kon­ze­le­bra­ti­on mit dem Thyr­nau­er Pfar­rer Andre­as Erndl und Hau­zen­bergs Pfar­rer Pater Darek Bryck, den Hei­mat­pfar­rern die­ser Trau­er­be­glei­ter die­sen Got­tes­dienst zelebrierte.

Trost ist eine Erfah­rung von Ver­bun­den­heit, eine Erfah­rung, nicht allei­ne zu sein und eine Bezie­hung, in der Schmerz aus­ge­hal­ten wird, ohne weg­er­klärt zu wer­den“, das gab Dr. Ist­vàn Bruncsàk den Trau­er­be­glei­tern in sei­ner Pre­digt mit auf dem wei­te­ren Weg. Außer­dem auch noch, dass Trau­er um einen nahen und gelieb­ten Men­schen ein Aus­druck von Lie­be sei, dass sie auch ein Beleg dafür sei, dass uns ein Mensch wich­tig gewe­sen war. Jeder Mensch trau­ert anders – in sei­ner eige­nen Geschwin­dig­keit und mit sei­ner eige­nen Spra­che“ stell­te der Pre­di­ger wei­ter fest, des­halb ist Trost nicht mach­bar oder erzwing­bar, ihr könnt aber einen Raum schaf­fen, in dem Trost mög­lich ist. Und ihr seid die­je­ni­gen, die mit den Trau­ern­den mit­ge­hen und vor allem, ihr seid ein Kanal, durch den Trost flie­ßen kann.“ 

Abschlie­ßend wünsch­te Dr. Ist­vàn Bruncsàk den Trau­er­be­glei­tern noch ein waches Herz, das hören kann, auch wenn kei­ne Wor­te gesagt wer­den. Er wünsch­te ihnen Geduld mit sich selbst und mit denen, die oft sehr lang­sam aus der Trau­er weg­kom­men und er wünsch­te ihnen vor allem auch noch die Freu­de, die wach­se, wenn man ande­ren bei­ste­he. Gott ist der Vater des Erbar­mens und der Gott allen Tros­tes“, damit zitier­te er auch noch den Apos­tel Pau­lus aus dem zwei­ten Korin­ther­brief, damit ist der wah­re Trost nie unse­re Leis­tung, son­dern ein Geschenk Gottes.“

Anschlie­ßend for­der­te Dr. Ist­vàn Bruncsàk alle Trau­er­be­glei­ter zum Vor­tre­ten vor dem Altar auf, wo dann mit einem gemein­sa­men Lied um den Bei­stand des Hei­li­gen Geis­tes gebe­tet wur­de. Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer sprach dann vor ihnen das Segens­be­bet: Guter Gott, du sen­dest uns zu den Men­schen, um ihnen in schwe­ren Stun­den nahe zu sein. Seg­ne die­se Frau­en und den Mann, die sich bereit erklärt haben, Trau­ern­de zu beglei­ten und zu trös­ten. Erfül­le ihre Her­zen mit dei­nem Mit­ge­fühl, ihre Wor­te mit Weis­heit und ihre Gegen­wart mit Frie­den. Schen­ke ihnen Geduld, Kraft und Behut­sam­keit für ihren ehren­amt­li­chen Dienst. Sei das Licht, das du durch sie ande­ren schen­ken willst.“

Mit gro­ßer Freu­de und auch Dank­bar­keit für die ehren­amt­li­che Bereit­schaft über­eich­te der Dom­ka­pi­tu­lar den Trau­er­be­glei­tern dann die Urkun­den. Abschlie­ßend seg­ne­ten auch noch die Geist­li­chen die Trau­er­be­glei­ter ein­zeln per Hand­auf­le­gung. Pfar­rer Andre­as Erndl wies schließ­lich noch dar­auf hin, dass ab sofort in den Fäl­len, in denen bei einem Trau­er­fall gewünscht wer­de oder auch not­wen­dig wäre, in den bei­den Pfarr­ver­bän­den Straß­kir­chen oder Hau­zen­berg bei den Orts­pfar­rern oder in den Pfarr­bü­ros bes­tens aus­ge­bil­de­te Trau­er­be­glei­ter ange­for­dert wer­den kön­nen. (Von Franz Stangl)

Dom­ka­pi­tu­lar Ger­hard Auer (vor­ne links) und Pfar­rer Pater Darek Bryck (dahin­ter) vom Pfarr­ver­band Hau­zen­berg sowie Pfar­rer Andre­as Erndl (hin­ten rechts) vom Pfarr­ver­band Straß­kir­chen und Dr. Ist­vàn Bruncsàk dank­ten Mari­an­ne Holz­bau­er (vor­ne ab 2. von links), Lui­se Köppl, Wal­traud Leit­ner und Ani­ta Rosen­au­er sowie Anne­le­ne Wag­ner (2. Rei­he ab 2. von links), Mari­an­ne Hirsch, Johann Got­tin­ger, Hei­di Möckl und Michae­la Wall­ner für die Bereit­schaft, die­sen ehren­amt­li­chen Dienst als Trau­er­be­glei­ter zu über­neh­men. (Foto: Franz Stangl)

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