Willi Weitzel begeistert in Kellberg Groß und Klein

Pfarrverband Straßkirchen am 03.11.2026

von Dionys Asenkerschbaumer

Kell­berg. Anläss­lich der 950-Jahr-Fei­er der Pfar­rei Kell­berg kam jetzt der bekann­te Kin­der­fern­seh-Mode­ra­tor Wil­li Weit­zel, ein Freund des Kell­ber­ger Doku­men­tar­fil­mers Max Kro­na­wit­ter in den Luft­kur­ort. Gemein­sam prä­sen­tier­ten die bei­den im Kur­gäs­te­haus zwei Filme.

Der Pfarr­ge­mein­de­rat hat­te zusam­men mit den Minis­tran­ten einen Kino­abend auf gro­ßer Lein­wand vor­be­rei­tet, mit Pop­corn und Geträn­ken, fast wie im rich­ti­gen Kino. Mode­riert von Hans Käser betrat Wil­li Weit­zel unter tosen­dem Applaus den Saal und die Büh­ne und begrüß­te die gut 170 Besu­cher, dar­un­ter vie­le Kin­der. Eben­so will­kom­men hieß er die ​„erwach­se­nen Kin­der“, wie er die zahl­rei­chen Eltern nann­te. Vie­le von ihnen waren gekom­men, weil sie den sym­pa­thi­schen TV-Repor­ter noch aus sei­ner belieb­ten Sen­dung ​„Wil­li wills wis­sen“ ken­nen. Sie lief von 2002 bis 2010 in der ARD und wird bis heu­te gern auf You­Tube angesehen.

Der gebür­ti­ge Hes­se erzähl­te, wie er 2014 mit sei­nem Bru­der einen Hilfs­trans­port plan­te und dafür einen Doku­men­tar­fil­mer such­te. So lern­te er den gebür­ti­gen Kell­ber­ger Max Kro­na­wit­ter ken­nen. Wie der Zufall es woll­te, stamm­ten bei­de aus einer Ein­zel­han­dels­fa­mi­lie und ver­stan­den sich auf Anhieb blendend.

So ent­stand der Film ​„Wil­li will hel­fen“, in dem Max Kro­na­wit­ter ihn auf einem aben­teu­er­li­chen Hilfs­trans­port in ein Flücht­lings­camp an der tür­kisch-syri­schen Gren­ze beglei­te­te. Die­sen Film, 2015 in der ARD aus­ge­strahlt, zeig­ten die bei­den zuerst. Er mach­te die Not der geflüch­te­ten Kin­der haut­nah spür­bar, die alles zurück­las­sen muss­ten: ihr Hab und Gut, ihr Zuhau­se, ihre Heimat.

Inspi­riert habe ihn Papst Fran­zis­kus, so Weit­zel. Sinn­ge­mäß zitier­te er ihn mit den Wor­ten: ​„Dreht euch nicht um euch selbst, küm­mert euch um die ande­ren, dann wer­den auch eure eige­nen Sor­gen klei­ner!“ Die­ser Gedan­ke sei sei­ne Moti­va­ti­on gewe­sen, auf­zu­bre­chen und syri­schen Flücht­lings­kin­dern zu hel­fen. Mit einer Por­ti­on Nai­vi­tät zwar und mit manch unan­ge­neh­mer Erfah­rung, wie der Film zeigt, denn so ein­fach, wie man es sich idea­ler­wei­se vor­stellt, lau­fe nicht alles. Letzt­lich sei er aber zufrie­den und glück­lich zurückgekehrt.

Ohne Zwei­fel wur­de Wil­li Weit­zel mit ​„Wil­li wills wis­sen“, in der er Kin­dern die Welt erklär­te, zum Fern­seh­star. Der zwei­te Film des Abends, ​„Wil­li will noch mehr wis­sen“, eben­falls von Max Kro­na­wit­ter, lief 2021 in der ARD. Das per­sön­li­che Por­trät erzählt, war­um Wil­li auf dem Höhe­punkt sei­ner Kin­der­sen­dung aus­stieg und wie ihn eine Lebens­kri­se und ein Rück­zug ins Klos­ter zur Fra­ge ​„Wer bin ich eigent­lich?“ führ­ten. Der Film zeigt auch sein Leben mit Frau und Töch­tern und sei­nen Wunsch, sich die kind­li­che Neu­gier mög­lichst zu bewah­ren. Inzwi­schen geht Weit­zel neue Wege mit Stern­sin­ger-Fil­men und enga­giert sich wei­ter­hin für Kinder.

Auf der Büh­ne stell­te sich Wil­li den Fra­gen der Besu­cher. Er erzähl­te, dass er über den Umweg eines Theo­lo­gie­stu­di­ums zu sei­nem Traum­job beim Fern­se­hen gekom­men sei und heu­te in Andechs lebe. Der zehn­jäh­ri­ge Paul woll­te wis­sen, wel­che Hob­bys er hat, und erfuhr, dass Wil­li gern Tisch­ten­nis und Fuß­ball spielt und seit sei­ner Kind­heit Fan des FC Bay­ern Mün­chen ist. Pfar­rer Erndl frag­te, was sei­ne Arbeit mit Kin­dern mit dem Glau­ben zu tun habe. Weit­zel ant­wor­te­te offen: Es gehe um den Mut zum Träu­men und um die kind­li­che Gabe, sich vom Leben letzt­lich nicht ent­täu­schen zu las­sen. Die­se Hal­tung wol­le er sich selbst gern bewahren.

In Kell­berg ver­zich­te­te Wil­li Weit­zel kom­plett auf sein Hono­rar. Die gesam­ten Ein­nah­men des Abends gehen an ein Pro­jekt auf den Phil­ip­pi­nen, das ihm genau­so am Her­zen liegt wie Max Kro­na­wit­ter. Pater Heinz Kulü­ke küm­mert sich in Cebu City um die Ärms­ten der Armen, Men­schen, die auf den dor­ti­gen Müll­kip­pen leben. Der Stey­ler Mis­sio­nar gewann ihr Ver­trau­en und bau­te sogar eine Schu­le in der Umge­bung, in der die ​„Müll­kin­der“ eine grund­le­gen­de Bil­dung erhal­ten. Max Kro­na­wit­ter berich­te­te von die­sem Pro­jekt und von Pater Heinz, der frei­wil­lig meh­re­re Wochen selbst auf einem sol­chen Müll­berg gelebt und dabei vie­le Betrof­fe­ne ken­nen­ge­lernt hat. Auf die­se Wei­se gewann er das Ver­trau­en vie­ler Menschen.

Nach der Ver­an­stal­tung muss­te Wil­li Weit­zel noch min­des­tens eine hal­be Stun­de lang Auto­gram­me schrei­ben, nicht nur für Kin­der. Jedem Ein­zel­nen wand­te er sich zu und fand ein paar freund­li­che, ver­bin­den­de Wor­te. Die Orga­ni­sa­to­ren der Pfarr­ge­mein­de waren sich einig: Wil­li ist ein Star zum Anfas­sen, ohne Allü­ren, beschei­den, prä­sent und men­schen­nah. Ein Vor­bild für Jung und Alt. 

Die letz­te grö­ße­re Ver­an­stal­tung des Kell­ber­ger Jubi­lä­ums­jah­res fin­det am 19. Novem­ber im Kur­gäs­te­haus statt. Dr. Richard Loibl, Lei­ter des Hau­ses der Baye­ri­schen Geschich­te, erzählt dann in sei­nem Vor­trag ​„Grü­ße aus dem Wil­den Osten“ anhand alter Ansichts­kar­ten humor­voll die Kul­tur­ge­schich­te des Baye­ri­schen Waldes.

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