Verabschiedung von Christiane Durstberger

Andreas Erndl am 05.08.2025

Der Pfarrverband bedankt sich für die 11jährige segensreiche Tätigkeit

Abschiedsworte von Christiane Durstberger

Lie­be Pfarrangehörige,

die Zeit mei­nes Abschieds nach 11 Jah­ren im Pfarr­ver­band Straß­kir­chen ist gekom­men und mir fällt es nicht leicht, die rich­ti­gen Wor­te zu finden.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren durf­te ich Zeu­ge von so vie­len wun­der­ba­ren Momen­ten sein – vol­ler Glau­ben, Hoff­nung, Lie­be, aber auch Trost und Stär­ke. Es war mir eine Ehre den damals neu gegrün­de­ten Pfarr­ver­band Straß­kir­chen und Sie und Euch auf die­ser Rei­se beglei­ten zu dür­fen — mit allen Höhen und Tiefen.

Ich durf­te erle­ben, was Gemein­schaft heißt – bei den ver­schie­dens­ten Pro­jek­ten und Ver­an­stal­tun­gen. Es sind die­se Erin­ne­run­gen, die mir zei­gen, wie wich­tig es ist unse­ren Glau­ben authen­tisch und glaub­wür­dig wei­ter zu geben. Dabei durf­te ich leben­di­ge und viel­fäl­ti­ge Pfar­rei­en und Grup­pie­run­gen erle­ben, bei denen ich mich stets gut auf­ge­ho­ben gefühlt habe. Dan­ke, dass ich ein Teil die­ser Glau­bens­ge­mein­schaft sein durf­te und dan­ke für die Unter­stüt­zung von allen Ehren­amt­li­chen in den ver­schie­dens­ten Berei­chen, ohne die das eine oder ande­re Pro­jekt nicht mög­lich gewe­sen wäre.

Dan­ke möch­te ich auch mei­nem Team für den stets wert­vol­len Aus­tausch und die Gemein­schaft im Glau­ben sagen.

Auch wenn mir das Abschied­neh­men schwer fällt, neh­me ich vie­le schö­ne Erin­ne­run­gen mit. Sie wer­den mich stets beglei­ten und mich dar­an erin­nern, wie wert­voll Gemein­schaft und Zusam­men­halt sind.

Abschie­de sind kein Ende, son­dern ein neu­er Anfang – für mich als Reli­gi­ons­leh­re­rin am För­der­zen­trum in Grub­weg. Ich bin dank­bar dafür, dass ich vie­le Per­so­nen aus dem Pfarr­ver­band auf die­sem Weg zu mei­nem neu­en Lebens­ab­schnitt ken­nen ler­nen durfte. 

Ich wün­sche Ihnen und Euch für die Zukunft nur das Bes­te, viel Glück, Gesund­heit und Got­tes Segen. Vergelt´s Gott für die letz­ten 11 Jah­re im Pfarr­ver­band Straßkirchen.

Mit herz­li­chen Grüßen

Chris­tia­ne Durst­ber­ger, Gemein­de­re­fe­ren­tin und Reli­gi­ons­leh­re­rin i. K.

Abschiedsworte an Christiane von Simon Riel

Lie­be Christiane,

manch­mal, wenn wir Abschied neh­men, fühlt es sich an, als wür­de ein ver­trau­tes Möbel­stück aus dem eige­nen Zim­mer ver­schwin­den. Plötz­lich fehlt da etwas. Man spürt es erst rich­tig, wenn es weg ist – und man merkt, wie oft man sich dar­auf gestützt hat. So in etwa fühlt es sich für mich heu­te an, wenn ich dar­an den­ke, dass du, lie­be Chris­tia­ne, uns im Pfarr­ver­band verlässt.

Seit 2014 warst du als Gemein­de­re­fe­ren­tin hier in Straß­kir­chen tätig. Und wer dich kennt, weiß: Du warst nicht ein­fach ​„da“ – du hast dich mit dei­nem gan­zen Wesen ein­ge­bracht. Dei­ne Arbeit war nie nur ein Job, son­dern eine Beru­fung. Du warst mit vol­lem Her­zen dabei – mit einem päd­ago­gi­schen Fein­ge­fühl, das beein­dru­ckend war, mit einem Sinn für Ord­nung, der uns manch­mal den Kopf geret­tet hat, und mit einem Gespür für Men­schen, das man nicht ler­nen kann, son­dern ein­fach hat.

Seit 2018 durf­te ich mit dir zusam­men­ar­bei­ten. Und ich weiß noch ganz genau, wie unser ers­ter Kon­takt war: ein Tele­fo­nat im August – ich war neu, du schon fest ver­an­kert. Und ich dach­te nach die­sem Gespräch: ​“Wow – die ist erfah­ren, sou­ve­rän, eine Auto­ri­tät.” Ich dach­te tat­säch­lich, du seist deut­lich älter als ich – was du, wie ich heu­te weiß, sicher mit einem freund­li­chen, aber bestimm­ten Lächeln kom­men­tie­ren würdest.

Schon da war klar: Du bist jemand, der weiß, was er tut. Du strahlst Ver­läss­lich­keit aus – und nicht nur das: Du bist ver­läss­lich. Wenn du etwas in die Hand nimmst, dann ist es bis ins Detail durch­dacht. Bei dir stand gefühlt jeder Punkt und jedes Kom­ma schon Wochen im Vor­aus fest. Wo ande­re noch über­le­gen, ob man nicht spon­tan noch irgend­et­was dazu machen könn­te, hat­test du schon alle Ord­nun­gen, Vor­la­gen und Ver­ant­wort­lich­kei­ten im Blick – und wuss­test auch, wer genau bei wel­cher Stel­le nach­fra­gen muss, wenn etwas nicht so funk­tio­niert wie geplant.

Du warst für uns nicht nur Kol­le­gin – du warst für uns Kom­pass, Gewis­sen, manch­mal auch ​„päd­ago­gi­scher Schutz­en­gel“. Du hast nicht laut auf den Tisch gehau­en – aber dei­ne Mei­nung hat­te Gewicht. Und man hör­te dir zu, weil man wuss­te: Wenn du etwas sagst, dann hat das Substanz.

Ganz beson­ders in der Coro­na-Zeit wur­de das spür­bar. Wenn ande­re noch frag­ten: ​„Geht das so?“, warst du schon dabei, ein Hygie­ne­kon­zept zu ent­wer­fen. Und wenn ich manch­mal dach­te: ​„Ach, das krie­gen wir schon hin“, hast du freund­lich, aber bestimmt die Brem­se gezo­gen – und gesagt: ​„Lasst uns das bit­te gründ­lich durch­den­ken.“ Du warst – ich sag’s mit einem Augen­zwin­kern – nicht nur ​„Team Vor­sicht“, son­dern ​„Team sehr Vor­sicht“. Und ich bin dir dafür ehr­lich dank­bar. Du hast uns damit nicht nur vor man­cher Pan­ne bewahrt, son­dern vor allem vor Gedan­ken­lo­sig­keit und Unachtsamkeit.

Gleich­zei­tig warst du die­je­ni­ge, die ganz nah an den Men­schen war. Du hat­test ein Ohr in den Gemein­den, in den Fami­li­en, in den Grup­pen. Du wuss­test, was sich bewegt – wer gera­de etwas Schwe­res trägt, wo etwas gewach­sen ist, und wo etwas droht zu kip­pen. Die­ses Ohr für die Men­schen hat dich aus­ge­zeich­net. Es hat dich nicht nur zur guten Kol­le­gin gemacht – es hat dich zu einer ech­ten Gemein­de­re­fe­ren­tin gemacht: zu einer, die mit­ten­drin ist. Und nicht zuletzt zu einer, die auch den Glau­ben nicht als Sys­tem, son­dern als Bezie­hung versteht.

Du warst – um es mit den Wor­ten des Ephe­ser­briefs zu sagen – ein wich­ti­ger Teil die­ses Lei­bes Chris­ti. Nicht nur funk­tio­nal, son­dern leben­dig. Der Brief nennt vie­le Rol­len: Apos­tel, Pro­phet, Evan­ge­list, Hir­tin, Leh­re­rin. Ich fin­de, auf dich trifft da vie­les zu. Vor allem aber die­se Rol­le, die so unauf­fäl­lig wich­tig ist: Du hast die Hei­li­gen – also uns alle – zuge­rüs­tet zum Werk des Diens­tes, wie es heißt. Du hast Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen, damit Glau­be wach­sen konn­te. Du hast Räu­me berei­tet – struk­tu­rell, orga­ni­sa­to­risch, aber auch geist­lich. Du hast mit­ge­dacht, mit­ge­tra­gen, mitgeglaubt.

Und ja – wir haben uns sehr gut ergänzt. Ich viel­leicht eher der Typ: ​„Ach, das wird schon!“ – du eher: ​„Moment, hast du die Vor­la­ge gecheckt?“ Ich: der bun­te Pin­sel – du: der prä­zi­se Fine­li­ner. Ich: impul­siv – du: durch­dacht. Und doch – oder viel­leicht genau des­we­gen – hat es so gut funk­tio­niert. Wir waren ein ech­tes Team.

Nun wirst du also ab 1. Sep­tem­ber Reli­gi­ons­leh­re­rin. Ein neu­er Abschnitt. Und auch wenn du uns hier im Pfarr­ver­band feh­len wirst – ich sehe das nicht als Bruch. Im Gegen­teil: Ich sehe eine Wei­ter­ent­wick­lung. Du wirst dort genau­so wir­ken wie hier – nur eben mit einer ande­ren Ziel­grup­pe. Und die braucht Men­schen wie dich: klug, ein­fühl­sam, zuge­wandt, struk­tu­riert. Ich bin mir sicher: Vie­le Kin­der und Jugend­li­che wer­den von dir geprägt wer­den – nicht nur durch das, was du lehrst, son­dern durch das, was du bist.

Und wir? Wir wer­den mer­ken, was fehlt. Dei­ne Stim­me in Team­sit­zun­gen. Dein auf­ge­räum­ter Schreib­tisch. Dei­ne Mails, in denen du freund­lich dar­an erin­nerst, dass die Anmel­de­frist lei­der mor­gen abläuft. Dein Lachen, wenn wir über dei­ne Genau­ig­keit wie­der ein­mal einen klei­nen Scherz gemacht haben – und du mit einem Sei­ten­blick sag­test: ​„Ja, einer muss den Über­blick behalten.“

Lie­be Chris­tia­ne,
du hast Spu­ren hin­ter­las­sen – bei den Men­schen, im Team, und auch bei mir per­sön­lich. Spu­ren, die blei­ben. Dafür dan­ke ich dir von Herzen.

Ich wün­sche dir für dei­nen neu­en Weg Kraft, Mut und Freu­de. Und ich wün­sche dir auch das, was man als Leh­re­rin manch­mal am drin­gends­ten braucht: Gelas­sen­heit, Humor und Geduld. Und natür­lich: einen guten Pausenkaffee.

Aber vor allem wün­sche ich dir, dass du in dei­ner neu­en Auf­ga­be das erfährst, was du so vie­len hier gege­ben hast: Wert­schät­zung, Ver­trau­en, Sinn.

Und dass du weißt: Du bist ein Teil die­ses gro­ßen Lei­bes Chris­ti. Auch wenn sich dein Platz ver­än­dert – dei­ne Beru­fung bleibt. Und ich bin über­zeugt: Dein Weg führt dich nicht weg von dem, was Pau­lus im Ephe­ser­brief beschreibt – er führt dich mit­ten hinein.

Denn was ist dei­ne neue Auf­ga­be ande­res als genau das, was dort steht:
„… damit die Hei­li­gen zuge­rüs­tet wer­den zum Werk des Diens­tes.“
Du wirst jetzt nicht mehr Erwach­se­ne beglei­ten, son­dern jun­ge Men­schen – Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die ihren Platz im Leben, im Glau­ben, viel­leicht auch in der Kir­che noch suchen.

Du wirst ihnen Ori­en­tie­rung geben, indem du mit ihnen die Geschich­ten der Bibel liest – und sie dar­in ent­deckst.
Du wirst sie zum Den­ken brin­gen – und zum Fra­gen.
Du wirst ihnen hel­fen, Unter­schei­dun­gen zu tref­fen – zwi­schen lee­ren Paro­len und ech­ter Hoff­nung.
Du wirst sie leh­ren – ja. Aber mehr noch wirst du sie ​„zurüs­ten zum Werk des Diens­tes“, wie Pau­lus sagt. Das bedeu­tet: ihnen etwas mit­ge­ben fürs Leben.

Nicht nur Wis­sen – son­dern Hal­tung.
Nicht nur Glau­bens­sät­ze – son­dern die Erfah­rung: Ich bin gemeint. Ich bin Teil von etwas Grö­ße­rem. Ich bin Teil eines Lei­bes, der sich in der Lie­be auf­baut, wie es am Ende der Bibel­stel­le heißt.

Du wirst also wei­ter­bau­en – am Leib Chris­ti.
Nur nicht mehr von der Sakris­tei aus, son­dern vom Klas­sen­zim­mer.
Nicht mehr in Kir­chen­bän­ken – son­dern zwi­schen Schul­ta­feln und Turnbeuteln.

Und auch das ist eine Form von Seel­sor­ge. Eine sehr wich­ti­ge sogar.
Denn wenn Glau­be heu­te irgend­wo wach­sen kann, dann da, wo Men­schen wie du Zeit, Herz und Ver­stand inves­tie­ren – für eine jun­ge Gene­ra­ti­on, die vie­les infra­ge stellt, aber gleich­zei­tig sehn­süch­tig auf der Suche ist nach Echt­heit, Tie­fe und Orientierung.


Lie­be Chris­tia­ne,
du wirst nicht nur unter­rich­ten – du wirst ermu­ti­gen.
Du wirst nicht nur leh­ren – du wirst mög­lich machen.
Du wirst nicht nur Inhal­te ver­mit­teln – du wirst Wür­de zuspre­chen.
Und damit wirst du den Leib Chris­ti wei­ter auf­bau­en – im ganz ursprüng­li­chen, hei­li­gen Sinn die­ses Wortes.

Ich wün­sche dir für die­sen neu­en Abschnitt all das, was du brauchst:
Sanft­mut und Klar­heit, Geduld und Humor, Nähe und Kraft –
und immer wie­der Momen­te, in denen du spürst: Ja, es ist gut, dass ich hier bin.
Nicht nur, weil du dort gebraucht wirst – son­dern weil du mit dei­nem gan­zen Wesen dort­hin gehörst.

Und wir?
Wir sagen dir von Her­zen Dan­ke.
Für dei­ne Klar­heit, dei­ne Ver­läss­lich­keit, dein waches Herz.
Für die gemein­sa­me Zeit. Für alles, was war – und für alles, was bleibt.

Möge Chris­tus, das Haupt des Lei­bes, dich wei­ter­hin füh­ren.
Möge er dir die Kraft geben, die du brauchst.
Möge er dich durch die Men­schen seg­nen, denen du begeg­nest.
Und mögest du spü­ren: Du bist gesandt – und du bist gehalten.

In die­sem Sinn:
Bleib geseg­net. Und: Ver­giss uns nicht.

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