“Am vergangenen Donnerstag leitete ich um 9 Uhr in Salzweg eine Wortgottesfeier. Mehrere Gottesdienstbesucher anwesend, darunter auch die Mesnerin. Am Rande ereignete sich eine kuriose Begebenheit: Gegen Ende der Kommunionfeier begann ohne ersichtlichen Grund eine Kirchenglocke zu läuten. Es sah nicht so aus, als hätte jemand sie eingeschaltet. Auch die Mesnerin konnte sie mit ihrer Fernbedienung nicht zum Verstummen bringen. Bis einer der Gottesdienstbesucher plötzlich aufstand und schnell in die Sakristei lief. Er kannte sich offensichtlich mit der Anlage aus und schaltete das Glockengeläut manuell ab.
Für mich war die Situation deshalb so kurios, weil ich vor gut 60 Jahren als zehnjähriger Ministrant eine ähnliche Situation erlebt hatte. Die Pfarrkirche in meiner Heimatgemeinde Kastl bei Altötting hatte ein elektrisches Geläut bekommen. Zur Wandlung musste man in der Sakristei einen entsprechenden Knopf drücken, damit die Glocke erklang. Anschließend musste man sie wieder ausschalten. In meinem Fall funktionierte das jedoch nicht. Hilflos sah ich mich um. Auch der Pfarrer, Johann Lunglhofer, konnte von seinem Altar nicht weg. Die Glocke läutete und läutete, bis schließlich die Pfarrersköchin, „Fräu’n Anni“, aus dem benachbarten Pfarrhof angelaufen kam und die Sicherung herausnahm. So konnte die Messe dann in Ruhe zu Ende gefeiert werden.
Diese Geschichte musste ich den Gottesdienstbesuchern in Salzweg natürlich gleich erzählen. Mit der Bitte um Gottes Segen, einem „Gehet hin in Frieden!“ und einem Lächeln im Gesicht verabschiedeten wir uns in den Alltag.”
von Dionys Asenkerschbaumer


