Altmannfest am 9. August in Kellberg

Pfarrverband Straßkirchen am 02.08.2026

Festgottesdienst und Denkmalweihe mit Bischof Dr. Stefan Oster SDB

Kell­berg. Am kom­men­den Sonn­tag, dem 9. August steht mit dem Alt­mann­fest einer der Höhe­punk­te im Jubi­lä­ums­jahr zum 950-jäh­ri­gen Bestehen der Pfar­rei Kell­berg bevor. Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB wird am Sonn­tag um 9:30 Uhr einen Pon­ti­fi­kal­got­tes­dienst in der Pfarr­kir­che St. Bla­si­us fei­ern. Pfarr­be­völ­ke­rung, Ver­ei­ne und Gäs­te ver­sam­meln sich ab 9 Uhr auf dem Fest­platz vor der ehe­ma­li­gen Schu­le, um in einer Pro­zes­si­on in die Kir­che zu zie­hen. Nach dem Got­tes­dienst wird vor dem Por­tal ein Denk­mal ent­hüllt, das der Kell­ber­ger Künst­ler Alfred Sei­del auf Initia­ti­ve von Pfarr­ge­mein­de­rat und Kir­chen­ver­wal­tung geschaf­fen hat. Es zeigt einen Turm, der auf einem berg­för­mi­gen Quarz­find­ling steht, und sym­bo­li­siert dadurch die Geschich­te Kell­bergs. Auf dem Denk­mal sind auch Men­schen zu sehen, die zum ​„Turm­berg“ – einer mög­li­chen tie­fe­ren Bedeu­tung des Namens Kell­berg – unter­wegs sind. Aber auch ein Zei­chen dafür, dass die Men­schen frü­her aus Krin­ning, Hau­zen­berg, Wol­kar, Haag und Thyr­n­au zu ihrer Pfarr­kir­che gegan­gen sind. Aber auch ein Zei­chen für das Unter­wegs­sein des Vol­kes Got­tes im Sin­ne des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils. Bischof Ste­fan wird dem Denk­mal sei­nen Segen geben, damit es die kom­men­den Gene­ra­tio­nen an die Glau­bens­ge­schich­te an die­sem Ort erinnert.

Im Anschluss an die Seg­nung sind die Pfarr­ge­mein­de und alle Gäs­te herz­lich ins Kur­gäs­te­haus ein­ge­la­den. Bei einem ein­fa­chen, von ver­schie­de­nen Grup­pen der Pfar­rei vor­be­rei­te­ten Mit­tag­essen besteht Gele­gen­heit zur Begeg­nung und zum Gespräch mit dem Bischof.

Anlass für das Fest ist der Namens­tag des hei­li­gen Pas­sau­er Bischof Alt­mann, gebo­ren um 1015 in West­fa­len, gestor­ben am 8. August 1091 in Zei­sel­mau­er bei Tulln. Alt­mann von Pas­sau gilt als der Grün­der der Pfar­rei Kell­berg und leb­te in den Zei­ten des Inves­ti­tur­streits. Damals befand sich die Kir­che, viel­leicht ähn­lich wie heu­te, in einer Kri­se, Bischö­fe und Geist­li­che küm­mer­ten sich mehr und mehr um ihre Besit­zun­gen und um ihr Erbe u.dgl. als um die Seel­sor­ge. Pro­blem war einer­seits die Simo­nie, also der Kauf kirch­li­cher Ämter. König Hein­rich IV. setz­te nach Gut­dün­ken Bischö­fe ein und ab, um sei­ne Macht zu sichern. Der Kle­rus war alles ande­re als ein Vor­bild, so man­cher Pries­ter leb­te im Kon­ku­bi­nat, einen Pflicht­zö­li­bat gab es nicht, das Erbe war häu­fig wich­ti­ger als Seel­sor­ge und reli­giö­se Bil­dung. Dem dama­li­gen Papst Gre­gor VII. gefiel das nicht und ergriff des­we­gen Gegen­maß­nah­men, die im Inves­ti­tur­streit gip­fel­ten. Er exkom­mu­ni­zier­te kur­zer­hand den König, der schließ­lich mit sei­nem Gang nach Canos­sa klein bei­geben musste.

Alt­mann war ein Anhän­ger Gre­gors VII. Der gebür­ti­ge West­fa­le ver­such­te, die Reform­ideen des Paps­tes umzu­set­zen. Er sel­ber war auf Betrei­ben der Kai­ser­wit­we Agnes, der Mut­ter des noch min­der­jäh­ri­gen Königs Hein­rich IV. Bischof von Pas­sau gewor­den. Zu den wich­tigs­ten Maß­nah­men Alt­manns gehör­ten die Bekämp­fung der Simo­nie, also des Kaufs kirch­li­cher Ämter, die Durch­set­zung des pries­ter­li­chen Zöli­bats, die Reform des oft stark ver­welt­lich­ten Dom­kle­rus und die För­de­rung gemein­schaft­li­cher Lebens­for­men des Kle­rus nach klös­ter­li­chem Vor­bild. Er grün­de­te neben eini­gen ande­ren das Klos­ter St. Niko­la, wo die Geist­li­chen ab sofort in Gemein­schaft, aber zöli­ba­t­är leben soll­ten. Weil all das dem reform­un­wil­li­gen Kle­rus gar nicht gefiel, such­te die­ser Rück­halt bei König Hein­rich IV., der Pas­sau 1077/78 besetz­te und den Bischof aus der Stadt ver­trieb. Alt­mann flüch­te­te in den öster­rei­chi­schen Teil sei­ner Diö­ze­se, zunächst nach Gött­weig, wo er auch ein Klos­ter grün­de­te und spä­ter bestat­tet wur­de. Er wird in Tei­len Bay­erns und Öster­reichs als Hei­li­ger ver­ehrt, obwohl kei­ne offi­zi­el­le Hei­lig­spre­chung erfolgt ist. Das Bis­tum Pas­sau fei­ert sei­nen Gedenk­tag am 12. August, der in die­sem Jahr auf einen Mitt­woch fällt. 

Eine Grup­pe Kell­ber­ger hat­te im Früh­jahr das Grab Alt­manns in Gött­weig besucht, wo Abt Patrick Schöder die Pil­ger in der Kryp­ta emp­fing und ihnen den Reli­qui­en­schrein des Klos­ter­grün­ders erläu­ter­te. Abt Patrick wird am 11. Okto­ber nach Kell­berg kom­men, um mit der Pfar­rei bei einem wei­te­ren Höhe­punkt des Jubi­lä­ums­jahr das Ern­te­dank­fest mit Leon­har­di­um­ritt zu feiern.


Dio­nys Asenkerschbaumer

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