Pater Jakub aus Rimov in Tschechien besuchte mit zwei weiteren Pilgern unsere Lorettokapelle. Pater Jakub betreut in seiner Pfarrei ebenso eine Lorettokapelle und ist aktuell auf einer Fahrradwallfahrt nach Loreto in Italien. Da er Mitglied der Petrusbruderschaft ist, feierte er in unserer Kapelle die Heilige Messe im außerordentlichen Ritus. Pfarrer Andreas und Pater Jakub möchten in der Zukunft die Verbindung beider Kapellen in Thyrnau und Rimov durch gegenseitige Besuche und gemeinsame Projekte stärken. Die fast gleichen Bauwerke sollen zu einem Zeichen der Verbindung beider Orte und Regionen (Bayern und Böhmen) werden.
Es ist ein besonderes Erlebnis, wenn man an verschiedenen Orten auf ein und dasselbe Bauwerk stößt – und doch steht es nie zufällig dort. In der katholischen Kirche gibt es dafür ein eindrückliches Beispiel: die Lorettokapellen. Sie sind kleine Nachbildungen des „Heiligen Hauses von Nazareth“, jenes Hauses, in dem Maria der Botschaft des Engels begegnete. Von Italien aus verbreitete sich der Bau dieser Kapellen im 16. und 17. Jahrhundert in ganz Europa – immer nach dem gleichen architektonischen Vorbild, und doch stets in eine neue Umgebung hineingestellt.
Dass es solche Kapellen in Rimov in Südböhmen und in Thyrnau in Niederbayern gibt, ist mehr als ein Zufall. Beide Orte verbindet dadurch ein geistliches Band: Die Menschen, die in Rimov zur Lorettokapelle pilgern, beten im selben „Haus“ wie die Gläubigen in Thyrnau – auch wenn viele Kilometer zwischen ihnen liegen. Die gleiche Bauweise macht deutlich, dass Glaube keine Grenzen kennt und dass Maria als Mutter Jesu die Menschen überall unter ihrem Schutz versammelt.
Der Besuch von Pater Jakub aus Rimov in Thyrnau zeigt diese Verbundenheit ganz konkret. Wenn Priester und Gläubige einander begegnen und feststellen, dass in beiden Pfarreien ein so besonderes Heiligtum steht, dann wird sichtbar: Unsere Kirche ist eine weltweite Gemeinschaft. Die Lorettokapellen sind wie geistliche Geschwister – in gleicher Gestalt gebaut, im gleichen Glauben verwurzelt, aber jeweils an einem eigenen Ort beheimatet.
So dürfen die Lorettokapellen von Rimov und Thyrnau als sichtbare Zeichen der Einheit im Glauben verstanden werden. Wer in einer dieser Kapellen betet, weiß sich zugleich verbunden mit all jenen, die im gleichen „Heiligen Haus“ vor Maria und ihrem Sohn Zuflucht suchen. Es ist ein schönes Zeichen dafür, dass Kirche mehr ist als das eigene Dorf oder die eigene Pfarrei: Sie ist Gemeinschaft über Ländergrenzen hinweg – getragen vom gleichen Glauben, sichtbar gemacht in den kleinen Lorettokapellen, die wie Perlen einer Kette durch Europa verbunden sind.
Ihnen entgeht ein toller Beitrag!
Wer Interesse am Besuch der Loretokapelle in Rimov hat, kann sich gerne bei Pfarrer Andreas Erndl melden.




