Lorettokapellen in Thyrnau und Rimov (Tschechien) als sichtbare Zeichen einer geistlichen Verbundenheit.

Andreas Erndl am 19.08.2025

Pater Jakub besuchte unser Heiligtum.

Pater Jakub aus Rimov in Tsche­chi­en besuch­te mit zwei wei­te­ren Pil­gern unse­re Loret­to­ka­pel­le. Pater Jakub betreut in sei­ner Pfar­rei eben­so eine Loret­to­ka­pel­le und ist aktu­ell auf einer Fahr­rad­wall­fahrt nach Lore­to in Ita­li­en. Da er Mit­glied der Petrus­bru­der­schaft ist, fei­er­te er in unse­rer Kapel­le die Hei­li­ge Mes­se im außer­or­dent­li­chen Ritus. Pfar­rer Andre­as und Pater Jakub möch­ten in der Zukunft die Ver­bin­dung bei­der Kapel­len in Thyr­n­au und Rimov durch gegen­sei­ti­ge Besu­che und gemein­sa­me Pro­jek­te stär­ken. Die fast glei­chen Bau­wer­ke sol­len zu einem Zei­chen der Ver­bin­dung bei­der Orte und Regio­nen (Bay­ern und Böh­men) werden. 

Es ist ein beson­de­res Erleb­nis, wenn man an ver­schie­de­nen Orten auf ein und das­sel­be Bau­werk stößt – und doch steht es nie zufäl­lig dort. In der katho­li­schen Kir­che gibt es dafür ein ein­drück­li­ches Bei­spiel: die Loret­to­ka­pel­len. Sie sind klei­ne Nach­bil­dun­gen des Hei­li­gen Hau­ses von Naza­reth“, jenes Hau­ses, in dem Maria der Bot­schaft des Engels begeg­ne­te. Von Ita­li­en aus ver­brei­te­te sich der Bau die­ser Kapel­len im 16. und 17. Jahr­hun­dert in ganz Euro­pa – immer nach dem glei­chen archi­tek­to­ni­schen Vor­bild, und doch stets in eine neue Umge­bung hineingestellt.

Dass es sol­che Kapel­len in Rimov in Süd­böh­men und in Thyr­n­au in Nie­der­bay­ern gibt, ist mehr als ein Zufall. Bei­de Orte ver­bin­det dadurch ein geist­li­ches Band: Die Men­schen, die in Rimov zur Loret­to­ka­pel­le pil­gern, beten im sel­ben Haus“ wie die Gläu­bi­gen in Thyr­n­au – auch wenn vie­le Kilo­me­ter zwi­schen ihnen lie­gen. Die glei­che Bau­wei­se macht deut­lich, dass Glau­be kei­ne Gren­zen kennt und dass Maria als Mut­ter Jesu die Men­schen über­all unter ihrem Schutz versammelt.

Der Besuch von Pater Jakub aus Rimov in Thyr­n­au zeigt die­se Ver­bun­den­heit ganz kon­kret. Wenn Pries­ter und Gläu­bi­ge ein­an­der begeg­nen und fest­stel­len, dass in bei­den Pfar­rei­en ein so beson­de­res Hei­lig­tum steht, dann wird sicht­bar: Unse­re Kir­che ist eine welt­wei­te Gemein­schaft. Die Loret­to­ka­pel­len sind wie geist­li­che Geschwis­ter – in glei­cher Gestalt gebaut, im glei­chen Glau­ben ver­wur­zelt, aber jeweils an einem eige­nen Ort beheimatet.

So dür­fen die Loret­to­ka­pel­len von Rimov und Thyr­n­au als sicht­ba­re Zei­chen der Ein­heit im Glau­ben ver­stan­den wer­den. Wer in einer die­ser Kapel­len betet, weiß sich zugleich ver­bun­den mit all jenen, die im glei­chen Hei­li­gen Haus“ vor Maria und ihrem Sohn Zuflucht suchen. Es ist ein schö­nes Zei­chen dafür, dass Kir­che mehr ist als das eige­ne Dorf oder die eige­ne Pfar­rei: Sie ist Gemein­schaft über Län­der­gren­zen hin­weg – getra­gen vom glei­chen Glau­ben, sicht­bar gemacht in den klei­nen Loret­to­ka­pel­len, die wie Per­len einer Ket­te durch Euro­pa ver­bun­den sind.

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Wer Inter­es­se am Besuch der Lore­to­ka­pel­le in Rimov hat, kann sich ger­ne bei Pfar­rer Andre­as Erndl melden.

Andreas
Erndl

Pfarrer

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